Ein Brunnen vor dem Tore: Ausgrabungen haben diverse Funde aus der Römerzeit zutage gefördert. Foto: Peter Weber

Auf den Spuren der Römer

Gernlinden - Von den Römer fehlten bisher nennenswerte Spuren, bis jetzt das Erdreich unter dem künftigen Logistikzentrum der Firma Hagemeyer abgetragen wurde.

Nicht weniger als ein kleiner Friedhof mit rund 25 Gräbern aus der Spätantike wurde freigelegt, der bisher größte Fund dieser Art im Landkreis.

Weitere Überraschung: Der schnurgerade Feldweg hinter dem Gewerbegebiet verläuft nach Einschätzung von Grabungsleiter Mauritz Thannabaur auf einer Länge von mindestens 300 Metern, vermutlich sogar bis Maisach, auf einer alten Römerstraße. Dies lässt sich aus den für die Zeit typischen Seitengräben an der Trasse schließen. Nur von der dazugehörigen Siedlung, eventuell auch dem großen Gehöft, fehlt bislang jede Spur.

Dass das Gräberfeld aus der späten Römerzeit stammt, legt eine vorangegangene Entdeckung auf einem bereits erkundeten Nachbargrundstück nahe. Damals wurde aus einem Grab eine Münze aus dem Jahr 294 geborgen. Bei den Grabungen in diesem Frühsommer blieb allerdings die schiere Größe des Friedhofs das einzig Besondere. Nur Keramikreste, ein paar Glasperlen und Scherben von einem Glasfläschchen fanden sich als Grabbeigaben. Die Skelette waren allesamt in einem „schlechten Zustand“, wie es bei den Archäologen heißt. Rätsel gibt noch eine nahegelegene, große Senke auf. Möglicherweise handelte es sich um eine Viehtränke.

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