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Zahlreiche Schüler aus der Region besuchen das Gymnasium im Kloster bei Geltendorf. Jetzt stehen umfangreiche Sanierungen an – oder am wahrscheinlichsten ein kompletter Neubau. 

Schlechte Bausubstanz

St. Ottilien: Gymnasium vor dem Neubau

Die Bausubstanz des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums in St. Ottilien ist schlecht. Mögliche Konsequenz aus dieser Erkenntnis ist ein kompletter Neubau.

St. Ottilien – Nötig ist mindestens eine Generalsanierung mit einem Teilneubau in den nächsten Jahren. Weil dies vermutlich genauso viel kostet wie ein Komplettneubau, dürfte dies die wahrscheinlichste Option sein.

Die Benediktinermönche konnten sich vor einigen Monaten bei einem von der Schulleitung geführten Rundgang durch die Schulgebäude ein Bild vom derzeitigen Zustand der Schule machen. Zwar seien die sicherheits- und brandschutztechnischen Auflagen für den Betrieb der Schule erfüllt, aber die Substanz der einzelnen Gebäude ist mittlerweile sanierungsbedürftig.

Der älteste von der Schule genutzte Teil ist ein ehemaliges Schwesternwohnheim aus dem Jahr 1900. Interessanterweise in noch schlechterem Zustand ist der Gebäudeteil, der aus dem Jahr 1975 stammt. Der Handlungsbedarf ergibt sich auch durch thermografische Bilder, die auf unzureichende Isolierung und damit hohe Wärmeverluste hinweisen. „Der Konvent der Benediktinerbrüder hat seine grundsätzliche Zustimmung zu einem Neubau gegeben“, berichtet Bruder Josef Götz, Cellerar des Klosters und zuständig für Liegenschaften und Finanzen. Weil das Kloster Eigentümer der Immobilie ist, ist damit ein wichtiger Schritt für weitere Überlegungen getan. Nicht betroffen von einem Abriss der Schule wären das relativ neue Schwimmbad und die Schulkirche St. Michael.

Träger und damit Bauherr der staatlich anerkannten Privatschule ist das Schulwerk der Diözese Augsburg, die mehrere Schulen in Schwaben und Oberbayern betreibt. Peter Kosak, Direktor des Schulwerks, teilte auf Tagblatt-Anfrage mit, dass derzeit zwischen dem Benediktinerorden, der Schulleitung und dem Schulwerk intensive Gespräche laufen. Das Schulwerk hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die im Ergebnis nicht nur eine konkrete Empfehlung zum Umfang der Maßnahme (Sanierung oder Neubau?), sondern auch zu den zu erwartenden Kosten geben soll. Auch zur Finanzierung gebe es laut Bruder Josef schon intensive Vorgespräche: „Vom Kloster kann nur ein kleiner Teil kommen, deswegen stehen wir im Gespräch mit dem Landkreis Landsberg am Lech und der Regierung von Oberbayern“, so der Cellerar, der nebenbei auch am Kloster-Gymnasium unterrichtet.

Bruder Josef zweifelt nicht daran, dass sich der Landkreis seiner Pflicht zur die Kofinanzierung bewusst ist – nicht zuletzt seien über 100 Millionen Euro in den letzten Jahren in die staatlichen Schulen der Umgebung geflossen. Neben einer ersten Kostenschätzung müsse nach den Worten von Peter Kosak auch die Frage der künftigen Schülerzahl, der Ausrichtung des Gymnasiums sowie eine Neuausrichtung der Ganztagsbetreuung geklärt werden. Offen ist auch, welche räumlichen Auswirkungen für das Baukonzept eine Ganztagesschule im Vergleich zu einem Tagesheimbetrieb hätte.

Im September beginnen wiederum 96 Schülerinnen und Schüler – darunter auch erstmalig nicht getaufte – in drei Klassen ihre gymnasiale Laufbahn. Zahlreichen Familien musste aus Kapazitätsgründen eine Absage erteilt werden. Logischerweise wäre es finanziell günstiger, wenn es ab einem möglichen Neubau nur noch zwei Klassen gäbe. Ziel sei es, noch bis Jahresende eine konkrete Entscheidung zu formulieren und im kommenden Jahr einen Architektenwettbewerb auszuloben.

Von Max Joseph Kronenbitter

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