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Im Melkstand auf dem elterlichen Hof: Thomas Schön überprüft, ob die Milch läuft.

19-Jähriger gewinnt Meisterschaften

Er ist Deutschlands bester Melker

St. Ottilien – Der beste Melker Deutschlands kommt aus St. Ottilien. Er heißt Thomas Schön und absolviert in der Kloster-Ökonomie seine Ausbildung zum Landwirt.

Bei den von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) ausgetragenen Meisterschaften im Wettmelken holte er sich heuer eine Goldmedaille. Dazu musste der 19-Jährige Schnelligkeit und Fachwissen unter Beweis stellen – und zeigen, dass er einen guten Draht zu Kühen hat.

„Man darf die Tiere im Melkstand nicht nervös machen, das ist wichtig“, erzählt Thomas Schön, während er mit einem Lappen ein Euter abputzt und mit der Hand aus jeder Zitze ein paar Milchstrahlen drückt, die nicht im Tank landen sollen. „Die Zahl der Keime ist in den ersten Strahlen am höchsten.“ Erst nach dem Vormelken wird die Maschine angehängt, die dann den Rest erledigt.

Thomas Schön geht sanft mit Tieren um – egal, ob er ein Euter in der Hand hält oder eines der jungen Kätzchen, die durch den Stall seines elterlichen Bauernhofs in Stoffen (Landkreis Landsberg) toben. Hier hat jede der über 70 Kühe einen Namen. Sie heißen Luna, Safira oder Bärchen. „Meine Schwester denkt sich die Namen aus, sie ist da sehr erfindersich“, sagt der angehende Landwirt und lacht. Die Kühe sollen nicht bloß Nummern sein. „Das ist auch für die eigene Psyche schöner.“ Und das gilt auch in einem hochtechnisierten Stall, der die Milchmengen per Computer registriert.

Nach dem Abnehmen der Melkmaschine wird das Euter desinfiziert und mit dem sogenannten Zisternengriff fachmännisch abgetastet. Er verrät, ob die gesamte Milch abgepumpt wurde. Die Eutergesundheit überprüft Thomas Schön mit Hilfe einer Testflüssigkeit, die mit ein paar Tropfen Milch vermengt und herumgeschwenkt wird, „und zwar genau 15 Mal“. Je nachdem, wie flüssig oder zäh das Gemisch dann ausschaut, droht eventuell eine Euterentzündung. In diesem Fall würde er die Kuh „trockenstellen“, sprich die Zitzen versiegeln oder das Tier mit Antibiotika behandeln lassen.

Auch all dieses theoretische Wissen musste Schön bei den 34. Deutschen Melkmeisterschaften unter Beweis stellen. Neben den praktischen Prüfungen, die im Kloster St. Ottilien und im Lehr- und Versuchszentrum für Milchviehhaltung in Achselschwang stattfanden, absolvierten die rund 40 Teilnehmer aus Deutschland, Belgien, der Schweiz und Luxemburg einen schriftlichen Test. Schön holte sich die Goldmedaille in der Disziplin Fischgrätenmelkstand – und gemeinsam mit zwei Kollegen den Mannschaftssieg im Mehrländer-Wettkampf.

Seine Ausbildung hat der 19-Jährige, der selbst übrigens Milch nur in Form von Kakao mag, nun so gut wie beendet. Dann wird er voll in den elterlichen Betrieb einsteigen. Landwirt ist für ihn trotz der ausufernden Bürokratie und der desolaten Milchpreise nach wie vor ein Traumberuf. „Es ist eine vielseitige Tätigkeit, man kann sich die Arbeit selber einteilen, man geht mit Tieren und mit Maschinen um.“

Später würde er gerne auch noch seinen Meister machen. Aber zwischendurch ist auch Entspannung angesagt – zum Beispiel beim Wellness-Wochenende für zwei Personen in Füssen, das er neben der Goldmedaille und der Urkunde gewonnen hat.

von Ulrike Osman

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