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Im Afrika der 1950er und -60er Jahre musste Missionar Remigius oft mit ganz praktischen Problemen fertig werden – nur mit dem Motorrad konnte er auf schlechten Wegen weite Strecken zurücklegen.

Professjubiläum in St. Ottilien

Pater Remigius – der Lehrer der Missionare

Er wollte Mönch werden und Missionar. Das wusste Pater Remigius schon als Kind. Inzwischen ist er seit 70 Jahren beim Benediktinerorden – und nach wie vor begeistert bei der Sache. Der 90-Jährige lebt heute wieder in St. Ottilien. Viele seiner jüngeren Mitbrüder hat er unterrichtet.

In St. Ottilien: Der 90-Jährige, der Notker Wolf in Religion unterrichtet hat, nutzt Computer und Internet.

St. Ottilien – Pater Remigius erinnert sich noch genau, wie er das allererste Mal nach St. Ottilien kam. Es war ein trüber Tag Ende August. Er stieg in Geltendorf aus dem Zug und– lief erst einmal in die falsche Richtung. Aber schließlich kam er doch an der Klosterpforte an. Damals war er 19 Jahre alt und wollte nichts lieber, als das Leben eines Missionsbenediktiners führen. Heute ist er 90 und feiert am Samstag mit 13 Mitbrüdern sein Professjubiläum.

Sechs Jahre lang als Ausbilder im ostafrikanischen Tansania

Pater Remigius erblickte das Licht der Welt 1927 in Freiburg als Johann Rudmann, Rufname Hans. „Mindestens Priester“ wollte er schon seit frühester Jugend werden, noch lieber Mönch und Missionar. Der Zweite Weltkrieg und die französische Kriegsgefangenschaft kamen zunächst dazwischen. Doch schon zwei Monate nach seiner Heimkehr war Hans Rudmann Ottilianer und hieß Remigius, „nach dem Bischof von Reims, der das Frankenreich missioniert hat“, wie er erklärt. Nach dem Noviziat legte er 1947 seine Gelübde ab.

Am See Genezareth: Dreieinhalb Jahre war der Pater in Israel – „ausgeliehen“ wegen Personalmangel.

Der Freiburger studierte zunächst Philosophie in St. Ottilien, das damals noch eine eigene Hochschule besaß, und dann Theologie in München und Rom. Sechs Jahre bildete er in der Mission in Tansania junge Priester aus. Dann wurde er zurückgerufen, um in München die Leitung des Ottilianer-Kollegs zu übernehmen.

„Das war hart nach sechs Jahren in Afrika“, erinnert er sich. Im Mai 1962 trat er seinen Dienst als Präfekt an – nicht ahnend, dass seine Vorgesetzten bereit waren, ihn nach Tansania zurückgehen zu lassen, wenn er sich bis Weihnachten nicht eingewöhnt hätte. „Wenn ich das gewusst hätte“, sagt der Pater und schaut kurz in die Ferne. „Aber es ist richtig gelaufen. Es war gut so, wie es war.“

Pater Remigius hat auch Abtprimas Notker Wolf ausgebildet

Am See Genezareth: Dreieinhalb Jahre war der Pater in Israel – „ausgeliehen“ wegen Personalmangel.

Seine Lebensphilosophie lautete immer: die Herausforderung des Augenblicks annehmen und damit glücklich sein. Bildung war und blieb sein Thema. In der Schule unterrichtete er spätere Äbte in Religion, unter ihnen Notker Wolf. Er leitete über 100 Exerzitienkurse in Deutschland, Österreich und Italien. Für dreieinhalb Jahre wurde er an ein Benediktinerkloster in Israel „ausgeliehen“, weil dort Personalnot herrschte.

Selbst heute ist der 90-Jährige mit den munteren braunen Augen und dem hellwachen Geist nicht wirklich im Ruhestand. Er nutzt Computer und Internet, hält Gottesdienste, ist in der Seelsorge aktiv, organisiert und begleitet Fußwallfahrten. „Wenn man begeistert ist, hat man immer Arbeit“, sagt der Pater.

Auch seine Mitbrüder bringen es beim Professjubiläum auf stolze Zeiträume (Kasten). Mit 70 Jahren Ordenszugehörigkeit ist er jedoch der Dienstälteste in diesem Kreis.

Der Festgottesdienst im Kloster St. Ottilien

Das Pontifikalamt für die Professjubilare findet am Samstag um 9.15 Uhr in der Klosterkirche St. Ottilien statt.

Weitere Jubilare sind Klosterpförtner Adalbert Scharpf, der seit 60 Jahren Mönch ist – ebenso wie Bruder Willfried Wieser, der nach wie vor täglich in der Landwirtschaft mitarbeitet.

Goldjubilar Aurelian Feser ist vielen durch seine Pfarrei-Arbeit vertraut. Und Subprior Ludger Schäffer (40 Jahre) kennen Ottilien-Besucher von der sonntäglichen 11-Uhr-Messe.

von Ulrike Osman

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