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15 000 Kilo wiegen die acht Kolosse im Turm der Klosterkirche St. Ottilien. 

Motivläuten in St. Ottilien

Seltenes Ereignis für echte Glockenfans

Sie tragen Namen wie Salvator, Annuntiata, Ottilia, Bartholomäus und Ulrich, und sie bestimmen mit ihrem Geläut den Tages- und Jahreslauf in St. Ottilien. Im Rahmen des Benediktusfestes am Sonntag, 16. Juli, haben die Kirchenglocken jedoch einen besonders großen Auftritt.

St. Ottilien – Ab 13 Uhr findet ein sogenanntes Motivläuten statt, bei dem die Glocken in unterschiedlichen Kombinationen zu hören sein werden. Insgesamt hängen acht Kolosse aus Zinnbronze im Turm der Herz-Jesu-Kirche. Alle zusammen wiegen über 15 000 Kilo, wobei die schwerste Glocke allein schon mehr als ein Drittel des Gesamtgewichts ausmacht. Es ist das tontiefste Geläut in der Diözese Augsburg und gilt als besonders klangschön.

15 000 Kilo wiegen die acht Kolosse im Turm der Klosterkirche St. Ottilien.

Davon können sich die Kirchenbesucher am Sonntag überzeugen, wenn die Glocken im Duett und Terzett mit verschiedenen Motiven zu hören sein werden. Jede Glocke wird einzeln mit einem Solo-Läuten und entsprechenden Erklärungen vorgestellt, außerdem gibt es Einführungen zu den verschiedenen Läute-Motiven. Die Moderation übernimmt Pater Tobias Merkt. Das letzte Glockenkonzert dieser Art liegt laut Organisator Odilo Rahm mindestens sieben Jahre zurück. Ein Motivläuten gibt es ansonsten nur zum Herz-Jesu-Fest, dem Patrozinium der Abteikirche.

Mit dem Glockenkonzert am Sonntag sollen Spenden für die Sanierung des Kirchturms und Glockenstuhls gesammelt werden. Im Anschluss an das Motivläuten findet um 10 Uhr in der Kirche ein Orgelkonzert mit Werken von Johann Sebastian Bach statt, gespielt von Wolfgang Görner. „Wir wollen die beiden größten Instrumente der Kirche, die Glocken und die Orgel, miteinander als Gesamtwerk präsentieren“, sagt Bruder Odilo.

In unterschiedlichen Kombinationen rufen die Glocken das ganze Jahr über die Mönche mehrmals täglich in die Kirche. Dabei gilt eine höchst differenzierte Läute-Ordnung. Werktage, Sonntage, kirchliche Festtage, traurige Anlässe wie der Tod eines Klosterbewohners, Gottesdienste zur Aufnahme neuer Mitbrüder – für jeden Anlass gibt es eine spezielle Tonfolge. Den höchsten Feiertagen ist das sogenannte Cluny-Läuten vorbehalten, bei dem alle Glocken gemeinsam zum Einsatz kommen. Im kommenden Jahr müssen die Mönche einige Monate ohne ihre Glocken auskommen - im Zuge der Kirchturmsanierung werden sie abgehängt.

Von Ulrike Osman

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