Abstand und Masken: Der Gottesdienst in der Klosterkirche folgte strengen Vorgaben. F.: os
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Abstand und Masken: Der Gottesdienst in der Klosterkirche folgte strengen Vorgaben.

St. Ottilien

Abiturienten gehen durch ein weites Tor in die Welt hinaus

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Das Kirchenportal stand weit offen bei der Abiturfeier in St. Ottilien. Die Gründe waren zum Teil praktischer Natur – der Raum sollte laufend belüftet werden. Doch Pater Vianney Meister gab im Gottesdienst den offenen Türen auch eine symbolische Bedeutung – als „Abitor“, durch das die Absolventen nun in die Welt hinausgehen.

St. Ottilien – Es ging an diesem Morgen nicht mehr um das schwierige letzte Schuljahr mit seinem Distanz- und Wechselunterricht, seinen Hygiene- und Abstandsregeln, und doch regierte Corona noch die Feierlichkeiten. Die 79 Abiturienten verteilten sich auf Kirchenschiff und Chorgestühl. Ihre Zeugnisse erhielten sie im Anschluss auf dem Vorplatz.

Nur wenige Eltern konnten in den hinteren Reihen am Gottesdienst teilnehmen, den Pater Vianney gemeinsam mit Pater Theophil Gaus und Pfarrerin Renate Kühn zelebrierte. Die meisten Angehörigen standen draußen auf dem Kirchplatz und verfolgten die Feier via Livestream auf dem Handy. Oder sie waren zu Hause geblieben und nahmen am Laptop teil. Er bedaure sehr, dass die Zeugnisverleihung nur in sehr eingeschränktem Rahmen stattfinden könne, sagte Schulleiter Michael Häußinger in einer kurzen Ansprache. Umso herzlicher fiel sein Glückwunsch an den Jahrgang aus, der trotz „suboptimaler Bedingungen“ einen Gesamtschnitt von 2,0 und damit das beste Ergebnis in der Geschichte des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums erreicht hat.

Weiteres Zertifikat

Fast drei Viertel der Absolventen erhielten neben ihrem Abiturzeugnis ein weiteres Zertifikat, das ihnen die Teilnahme an einer der zahlreichen Arbeitsgruppen, an Chor, Orchester, Theatergruppe oder dem Schulzirkus bescheinigte. Das starke außerschulische und ehrenamtliche Engagement der Schüler zeige einmal mehr, dass St. Ottilien auch in schwieriger Zeit eine Mitmachschule sei, so Häußinger.

Auf Lateinisch, Altgriechisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Chinesisch – in allen Sprachen, die in St. Ottilien gelehrt werden – sprach Pater Vianney die Anwesenden an. Die Schule habe den Abiturienten viel von der „Buntheit und Vielfalt des Lebens und der Welt“ gezeigt, sagte er in seiner persönlich gehaltenen Predigt. Er zeichnete den Weg nach von der Bewerbung und dem bangen Warten auf eine Zusage über die acht Schuljahre, in denen die Idylle des Klosterdorfs für die Schüler zur zweiten Heimat geworden sei.

Eine Heimat, in die sie jederzeit zurückkommen könnten, gab Vianney den Abschlussschülern mit auf den Weg. Das Abitor soll keine Einbahnstraße sein.

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