Nachwuchs fördern

Stadt will sich um Titel "Kinderfreundliche Kommune" bewerben

Puchheim – Vielleicht ist sie es ja schon längst, aber Puchheim will sich in einiger Zeit auch offiziell mit dem Titel „Kinderfreundliche Kommune“ schmücken.

Der Sozialausschuss des Stadtrats hat jetzt einen entsprechenden Antrag an den von Unicef Deutschland und dem Kinderhilfswerk ins Leben gerufenen Verein befürwortet, der das Projekt bundesweit organisiert. Sollte Puchheim den Anforderungen genügen, wäre es nach Regensburg erst die zweite Stadt in Bayern, der dieses Prädikat zugebilligt würde. Voraussetzung ist unter anderem ein gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen erarbeiteter Aktionsplan.

Meckerkasten am Rathaus, Kinderzeitung, Spielplatzplanungsparty, Stadtspaziergang mit dem Bürgermeister – an Ideen, wie junge Menschen an der Entwicklung ihrer Stadt mitwirken können, ist kein Mangel. Bisher gibt es solche Beteiligungsmöglichkeiten kaum – bis auf den allerdings auch sanft entschlafenen Jugendbeirat. Ein Kinderparlament, das sich nicht nur aus älteren Kindern zusammensetzt, gehört deshalb ebenfalls zu den Vorschlägen.

Das Projekt der Kinderfreundlichen Kommune will die Rechte von heranwachsenden Menschen gemäß der auch von der Bundesrepublik unterzeichneten und damit verpflichtenden UN-Konvention schützen. Dazu gehört etwa das Recht, gewaltfrei aufzuwachsen oder das Recht auf Spiel und Freizeit, aber auch ein gesundes Wohnumfeld.

Die vorbildlich kinderfreundliche Kommune schafft beispielsweise ein Kinder- und Jugendbüro im Rathaus oder setzt einen eigenen Beauftragten für deren Belange ein. Bei diesem „Kümmerer“ könnten dann auch ohne Mama und Papa Probleme angesprochen werden. Sogar ein eigenes Budget, über das ein Kinderparlament verfügen kann, ist denkbar.

Im Sozialausschuss wurde daran erinnert, dass Kinderfreundlichkeit mittlerweile zum Standortfaktor geworden ist, mithin das Image einer Kommune befördert. Wolfgang Wuschig (ubp) meldete aber auch Bedenken an: Mit Kinderrechten anzukommen, könne gerade bei manchen Migranten-Familien zur Herausforderung werden. Möglicherweise brauche es dafür „mehrsprachige Sozialarbeiter mit stattlicher Erscheinung“. Dann sei das Bemühen um Kinderfreundlichkeit ja um so wichtiger, fand Bürgermeister Norbert Seidl.  (op)

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