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Auch diese Wohnungen an der Heussstraße will die Stadt Puchheim erwerben.

Planie

Puchheim steht kurz vor Wohnungskäufen

Puchheim - Jetzt wird es ernst: Hunderte Wohnungen zwischen Heuss- und Adenauer Straße könnten in den Besitz der Stadt Puchheim übergehen. Einstimmig hat der Stadtrat nämlich jetzt beschlossen, von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen.

Endgültig ist der Eigentümerwechsel aber noch nicht. Denn auch ein privater Interessent will die Wohnungen kaufen. Sollte Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) bis Ende Juni mit dem Kaufinteressenten einen städtebaulichen Vertrag aushandeln, der die Vorstellungen der Stadt zur Sanierung der Wohngebäude zufriedenstellt, wird das Vorkaufsrecht aufgehoben.

Dass die Planie 2014 zum Sanierungsgebiet geworden ist und in das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt aufgenommen wurde, hat das Vorkaufsrecht möglich gemacht. Das Gebiet soll innerhalb von zehn Jahren weiterentwickelt und städtebauliche Missstände beseitigt werden, war damals beschlossen worden. Einem Konzept dazu wurde nun vom Stadtrat einhellig zugestimmt.

Seit 2014 ist bereits vieles angestoßen worden. So wurde ein Umbau der Post, der Adenauer-, der Kennedy- und eine Umgestaltung der Heussstraße beschlossen. Zur Stärkung des Gemeinwesens wurde ein sogenanntes Quartiersbüro eingerichtet. Die Mitarbeiter dieser Einrichtung bieten regelmäßig Beratung, Sprechstunden für Integrationslotsen, aber auch Arbeitsgruppen für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit, Sprachförderung und Veranstaltungen an.

Das neue Jugendzentrum, das großteils von Jugendlichen aus der Planie besucht wird, wurde in der Zwischenzeit ebenfalls eingeweiht. Außerdem wurde die Neugestaltung des Spielplatzes auf der Kennedywiese geplant.

Doch nicht nur die Stadt soll im Stadtteil tätig werden, auch die Eigentümer sind gefordert. Kleinstspielplätze im Bereich der Wohnanlagen sollen saniert, die Mietnebenkosten durch Verbesserungen gesenkt, bauliche Missstände beseitigt werden. Außerdem will die Stadt, dass Mieter vor Verdrängung und unverhältnismäßigen Mietsteigerungen geschützt werden.

Zwar wurden dazu mit Eigentümern und Hausverwaltungen Gespräche geführt, doch die Umsetzung der Sanierungsziele in diesen Bereichen habe sich als schwierig herausgestellt, hieß es im Stadtrat. Bei so manchem Eigentümer habe sich gezeigt, dass kein Interesse an einer Sanierung besteht beziehungsweise auch gar keine Mittel dafür vorhanden seien.

Als im Dezember vergangenen Jahres bekannt wurde, dass hunderte Wohnungen vor dem Verkauf stehen, witterte die Stadt die Chance, einzugreifen. Da die Sanierungsziele als gefährdet angesehen werden, will sie vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Die von der Stadt gegründete Wohnraumentwicklungsgesellschaft WEP würde dann die Wohnungen erwerben.

Aber der potenzielle Käufer wehrt sich. Er hat den Vertretern der Stadtverwaltung erklärt, er werde selber sanieren. Bis zum 4. Juni hatte der Interessent Zeit, einen städtebaulichen Vertrag vorzulegen. Doch was der Stadt mittlerweile vorliegt, stellt diese nicht zufrieden. Laut Seidl ist zwar eine Bereitschaft des Käufers zur Sanierung da, aber es seien keine klaren Ziele dargelegt worden. Der Stadtrat beschloss daher einhellig, von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen.

Lydia Winberger (Grüne) sprach sich ausdrücklich dafür aus, das Vorkaufsrecht wahrzunehmen. Sie konnte sich auch vorstellen, es auf einen Rechtsstreit mit dem Kaufinteressenten ankommen zu lassen.

Gleichzeitig wurde der Bürgermeister aber auch beauftragt, mit dem Kaufinteressenten weiter zu verhandeln. Kommt dadurch bis Ende Juni doch noch ein städtebaulicher Vertrag zustande, wird das Vorkaufsrecht aufgehoben. Wir müssen überlegen „ob das Angebot zur Verbesserung des Wohls der Allgemeinheit führt“, so Seidl im Stadtrat.

von Susanne Schwind

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