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Machen Ärger: Kunstrasen und Flutlicht im Stadion an der Klosterstraße. Foto: weber

Kunstrasenplatz sorgt für Ärger

SCF: Stadt wartet auf geliehenes Geld

Fürstenfeldbruck – Was hat man sich beim SC Fürstenfeldbruck nicht über den lange ersehnten Kunstrasenplatz gefreut. Doch nun droht dem Fußballklub deswegen neuer Ärger. Präsident Jakob Ettner gerät unter Druck. Der Vorwurf: Zuschüsse sollen nicht abgerechnet und vielleicht Garantieansprüche verschenkt worden sein.

Auf mehr als eine halbe Million Euro wurden die Kosten für den Kunstrasenplatz bei der Präsentation im Brucker Stadtrat im April 2012 beziffert – damals unter Präsident Sigi Müller und dem noch als Jugendleiter tätigen Ettner. Neben einer Eigenleistung des Vereins und einer städtischen Förderung war auch ein Zuschuss des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) eingeplant.

Weil dieses Geld nicht sofort floss, ging die Stadt mit einem sechsstelligen Betrag in Vorleistung. Doch der SCF hat den BLSV-Zuschuss – es geht um mehr als 120 000 Euro – noch nicht abgerufen. Die Stadt wartet nach wie vor auf die Rückzahlung ihres zinslos gewährten Darlehens. Brucks Finanzreferent Walter Schwarz (SPD), seinerzeit Mitglied im Sportbeirat, wird langsam ungeduldig. „Es nervt“, sagt er verärgert. Der SCF müsse als Bauherr endlich mit dem BLSV abrechnen, damit der Zuschuss fließt. Und auch FDP-Rat Klaus Wollenberg will das Geld endlich sehen: „Die finanzielle Lage der Stadt ist schließlich auch nicht rosig.“

Platz nicht fertig

Das Problem: Der Platz hinter der Süd-Tribüne im Stadion an der Klosterstraße ist noch gar nicht fertiggestellt. Zwar fand bereits im November 2013 das erste Training darauf statt, doch fehlte da noch die Umrandung. Nach Tagblatt-Informationen hat ein Architekt bereits vor einem Jahr die Unterlagen vorbereitet, die beim BLSV einzureichen sind. Doch angeblich hat sich Präsident Ettner beim Planer – trotz Nachfrage – nicht mehr gemeldet.

Damit nicht genug: Wie Tagblatt-Recherchen ergaben, muss der Verein die regelmäßige Pflege des Platzes gegenüber dem Hersteller nachweisen, um die Garantieansprüche nicht zu verlieren. Der Kunstrasen muss demnach regelmäßig mit einer Spezialmaschine abgekehrt werden, damit der Regenablauf nicht verstopft. „Diese Maschine hat zumindest zu meiner Amtszeit nie existiert“, sagt der ehemalige Vizepräsident Andreas Conrad auf Nachfrage. „Zweieinhalb Jahre lang ist nichts gemacht worden.“ Conrad hatte im Sommer 2015 erklärt, dass er sein Stellvertreteramt beim SCF ruhen lasse. Damals sei die Beschaffung des Geräts noch immer diskutiert worden.

Stillstand herrscht aber nicht nur beim Kunstrasen, sondern auch beim Flutlicht für denselben. Aktuell sind als Notlösung einige Lampen des Hauptplatzes in Richtung Kunstrasen gedreht worden. Die Folge: Das Licht reicht für beide Plätze nicht aus. Beim Ligaspiel gegen Meitingen zu Beginn des Jahres mussten deshalb Hilfsstrahler am Zaun zwischen Kunstrasenplatz und Amper aufgehängt werden. „Ein Armutszeugnis“, wie Conrad findet.

Informationen fehlen

30 000 Euro kostet das neue Flutlicht für den Kunstrasen – ebenfalls zum Teil durch städtische Gelder finanziert. Wollenberg hatte deshalb bereits im November 2014 eine Anfrage bei der Stadt gestellt, was mit dem Geld passiert ist. Geschehen ist aber nichts. „Der Stadtrat bekommt von der Verwaltung keine Informationen über den Stand der Dinge“, sagt der FDP-Rat. Wollenberg: „Da muss man ja fast vermuten, dass es deshalb keine Infos gibt, weil man in ein Wespennest stechen würde.“ Warum sich in Sachen Flutlicht nichts tut, ist auch Conrad unklar. „Ein Probestrahler lag bereits vor.“ Ein Sachverhalt, den auch die regelmäßig im Stadion weilenden Tagblatt-Reporter bestätigen können. „Warum der nicht installiert wurde, weiß ich allerdings nicht“, so Conrad weiter.

Ettner hatte 2014 erklärt, dass das Geld für die Anlage noch vor seiner Amtsübernahme zur Bezahlung offener Rechnungen benötigt woren sei. Conrad bestätigt, dass die 30 000 Euro zumindest bis Sommer 2015 aber wieder vorhanden waren.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, reagiert Ettner unwirsch. „Das sollen die regeln, die dafür verantwortlich sind“, sagt er mit Verweis auf seine Vorgänger. Die Maschine zur Platzpflege sei vorhanden, die Missstände nicht die Schuld der aktuellen Vereinsführung. 

Andreas Daschner

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