Noch sind die Gleise, die zum Kraillinger Tanklager führen, marode. Über sie soll der Kraftstoff, der sich derzeit noch in den unterirdischen Tanks befindet, abtransportiert werden. Foto: weber

Germering und Krailling

Stadt will an Tanklager-Flächen ran

Germering – Die Gemeinde Krailling will das Tanklager der insolventen Viktoriagruppe kaufen. Auch Germering hat Pläne auf dem Areal. Es strebt einen Gebietstausch mit der Nachbarkommune an.

Einige Gebäude auf dem Gelände des Tanklagers der insolventen Viktoriagruppe gehören bereits der Stadt. Das alte Feuerwehrhaus, die Lagerhalle, das Eingangs- und zwei weitere Gebäude liegen teils auf Germeringer, teils auf Kraillinger Flur, erklärt Oberbürgermeister Andreas Haas. Damit die Immobilien komplett Teil seiner Stadt werden, will er mit Krailling einen Gebietstausch vornehmen. „Das ist mit Krailling abgesprochen.“ Bislang sei es noch nicht dazu gekommen. „Ich denke, wir werden das Verfahren wieder aufnehmen“, so der Rathauschef.

Nach der Insolvenz der Viktoriagruppe AG steht das Tanklager zum Verkauf. Der Kraillinger Gemeinderat hat sich kürzlich in nicht-öffentlicher Sitzung damit befasst. „Ich halte es für richtig, dass die Gemeinde nicht nur zuschaut“, bestärkt Altbürgermeister Dieter Hager den Gemeinderat und seine Nachfolgerin Christine Borst in ihrem Vorhaben. Die Rathauschefin will nicht verraten, ob die Gemeinde bereits ein Angebot unterbreitet hat. „Ich möchte mich dazu nicht äußern, aber es gibt Überlegungen in die Richtung“, sagt sie. Für Krailling sei das fragliche Areal im Kreuzlinger Forst ein wichtiges Gebiet.

Doch der Preis für das Tanklager könnte höher liegen als die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. Als das Gebiet 2009 den Besitzer wechselte, sollen zunächst rund fünf Millionen Euro aufgerufen worden sein; die Viktoriagruppe AG soll dann sieben Millionen Euro bezahlt haben, wissen unterschiedliche Quellen in Krailling zu berichten.

Seitdem dürfte sich der Preis für das 230 Hektar große Areal erhöht haben. Insolvenzverwalter Mirko Möllen soll einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich als Verkaufspreis anvisieren. Hager meint aber: „Ich glaube nicht, dass viel geboten wird.“ 2009 sei die Ausgangslage günstiger gewesen. Der Ölpreis sei seit damals stark gefallen. Zudem bedarf das Tanklager, wie berichtet, einer Modernisierung.

In Krailling gibt es die Hoffnung, dass der Insolvenzverwalter vielleicht nicht an den Höchstbietenden verkauft. Hager findet es vorteilhaft, dass die Gemeinde aufgrund von Steuerforderungen gegenüber der Viktoriagruppe AG mit im Gläubigergremium sitze. Insolvenzverwalter Möllen macht allerdings deutlich: „Im Insolvenzverfahren ist die Gläubigerbefriedigung von zentraler Bedeutung. Damit ist in der Regel die Höhe des Gebots der wichtigste Faktor.“ Was die Finanzierung von Projekten betrifft, die den Haushalt der Gemeinde Krailling sprengen, hat Hager Erfahrung. „Wir hätten das mit der KIM (Kraillinger Innovationsmeile) damals nicht machen können, wenn wir nicht Partner ins Boot geholt hätten“, erinnert er sich. Zusammen mit „BayernGrund“ und der Bauland GmbH hatte die Gemeinde das Gewerbegebiet damals entwickelt. Die beiden Gesellschaften hätten die KIM vorfinanziert, so Hager.

In Krailling soll es Überlegungen geben, den Kauf gemeinsam mit der Nachbarkommune Germering zu realisieren. Oberbürgermeister Andreas Haas will das nicht kommentieren, aber auch nicht dementieren. Für Krailling hätte der Kauf des Tanklagers einige Vorteile. Die KIM platzt bereits aus allen Nähten und das Gelände bietet Potenzial zur Erweiterung des Gewerbegebietes. Zudem hätte die Gemeinde mehr Kontrolle über das Areal, selbst wenn sie es an einen Tanklagerbetreiber verpachten würde.

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