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In Fürstenfeldbruck

Stadtrat gerät mit Polizei aneinander

 Zu einem dramatischen Vorfall war es in den frühen Morgenstunden des 29. November 2017 vor der Diskothek Buck Rogers in der Hasenheide gekommen. Zwei Gruppen gerieten in Streit. Schließlich setzte sich ein 23-jähriger Iraeli in einen Mercedes und fuhr in eine Gruppe junger Leute. Ein 20-jähriger Münchner wurde dabei schwer verletzt.

Fürstenfeldbruck – Vor Ort war auch der Stadt,- Kreisrat und Bezirksrat der Grünen, Jan Halbauer – in Begleitung zweier Parteifreunde. Halbauer war zwar nicht an der Auseinandersetzung beteiligt. Trotzdem war er gestern auf die Anklagebank des Brucker Amtsgerichtes zitiert worden. Wegen Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte, vorsätzlicher und versuchter Körperverletzung hatte der 33-Jährige einen Strafbefehl erhalten – und Einspruch eingelegt.

Halbauer wird vorgeworfen, er habe sich immer wieder in die Nähe des Schwerverletzten gedrängt, einen Platzverweis ignoriert, Polizisten geschubst und sich gegen seine Festnahme gewehrt.

Der 33-Jährige bestreitet all dies. Er könne sich nicht erinnern, dass ihm von Polizisten ein Platzverweis erteilt worden sei, noch dass zunächst überhaupt Beamte vor Ort waren. Wahrgenommen habe er Polizisten erst, als ihn plötzlich einer von hinten um den Hals fasste. Als er keine Luft bekam, habe er sich zur Wehr gesetzt.

Als Folge des Sicherheitsgriffs habe er mehrere Wochen an einer Kehlkopfprellung laboriert. Der Polizist hatte einen Bluterguss am Arm. Dafür hat Halbauer sich bereits entschuldigt und dem Beamten 200 Euro Schmerzensgeld bezahlt. „Ich habe mich nicht zu dem Opfer gedrängt“, betonte der 33-Jährige. Vielmehr habe er Hilfe für den Schwerverletzten organisiert. „Die Polizei war für mich keine Bedrohung, sie war für mich Erlösung.“

Für den Richter aber war es unvorstellbar, dass Halbauer die mit Blaulicht eintreffenden Polizisten zunächst nicht bemerkt hatte. An dem Einsatz beteiligte Beamte haben die Szene zudem anders in Erinnerung. Danach habe ein junger Mann sich immer wieder zu dem Verletzten gedrängt. Er sei gefragt worden, ob er Zeuge des Vorfalls sei. Als er das verneint habe, sei er aufgefordert worden, zu gehen. Was der junge Mann aber nicht getan habe und schließlich gefesselt worden sei. Das habe er mit einem Schlag zu verhindern versucht.

Ob der junge Mann wirklich Jan Halbauer war, konnten die beiden Polizisten nicht sagen. Doch sie erinnerten sich, dass der junge Mann immer wieder gerufen habe, er sei Stadtrat. Von einer Fesselung aber wusste Halbauer wiederum nichts. Seine Anwältin schloss jedoch letztlich nicht aus, dass ihr Mandant in der unübersichtlichen Situation etwas falsch verstanden habe. Er habe Alkohol getrunken gehabt und sei unter Schock gestanden. Der Prozess wurde ausgesetzt. Es sollen weitere Polizisten gehört werden.  sus

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