Untersuchung 

Stadtwerke verlieren zu viel Wasser

Die Stadtwerke Germering verlieren im Vergleich mit anderen Versorgungsunternehmen viel Wasser. Das hat eine Effizienz- und Qualitätsuntersuchung der kommunalen Wasserversorgung in Bayern (EffWB) ergeben, an der die Stadtwerke nach 2000 und 2012 zum dritten Mal teilnahmen. Die Stadtverwaltung hat die Ergebnisse nun im Werkausschuss präsentiert.

Germering – Rund hundert Kilometer Rohrnetz und zusätzlich hundert Kilometer Hausanschlüsse müssen laut Stadtwerke-Leiter Roland Schmid ständig beobachtet werden. „Wenn man da nach zwei Millimeter großen Löchern suchen muss, ist das vor allem bei den Hausleitungen sehr aufwändig.“ Das erkläre die Verluste in der Summe, die etwa das Doppelte des Mittelwertes vergleichbarer Wasserversorger beträgt.

Schmid wies darauf hin, dass das Germeringer Leitungsnetz im Wesentlichen aus den 1960er- und 1970er-Jahren stammt. Da könne man froh sein, dass damals relativ gut haltbare Rohre verwendet worden seien, sagte er. Denn akuter Handlungsbedarf bestehe nicht. „Nur bei Straßensanierungen klinken wir uns schon ein und erneuern.“ Ansonsten würde man aber nicht den Boden aufgraben, um zu sanieren.

Schmid ging damit auf Eike Höppner (SPD) ein, die sich über die rückläufige Quote bei der Netzerneuerung gewundert hatte. Als erfreulich bezeichnete Höppner dagegen, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser ungefährdet sei.

Auf eine schnelle Lösung wolle er nicht hoffen, so Schmid weiter. Zwar zeigten die seit 2010 getroffenen Maßnahmen wie regelmäßige Netzinspektionen durch das eigene Personal, das Mitarbeiter eines externen Dienstleisters unterstützen würden, durchaus Wirkung. Zu guten Vergleichszahlen reiche es aber nicht.

Nachholbedarf haben die Stadtwerke laut Schmid bald auch im Personalbereich. Die Mitarbeiterzahlen würden eher im unteren Bereich liegen. „Es wird zu prüfen sein, ob eine Aufstockung des Personalbestandes notwendig oder angeraten ist“, sagte Schmid zu den Mitgliedern des Werkausschusses. Die Stadtwerke wollen die EffWB-Untersuchung alle drei Jahre wiederholen lassen.  hk

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