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Der Krieg der Sterne wütet auch im Olchinger Stadtrat - zumindest wenn es nach der Kolpingfamilie geht.

Starkbierfest der Kolpingfamilie

Science Fiction kann auch lustig sein

Olching - Ein Feuerwerk an Gags haben die Mitwirkenden beim Starkbierfest der Kolpingfamilie zwar heuer nicht entzündet, dafür glühten auf der Bühne annähernd ein halbes Dutzend Lichtschwerter. Und gut unterhalten wurden die über 800 Zuschauer in der Mehrzweckhalle im Schwaigfeld allemal.

„Bloß keine Experimente! Bloß keine Veränderungen!“ Das denkt sich der Protagonist in dem erfundenen Science-Fiction-Roman „Olching 2050“, aus dem Peter Rogalski im Sketch „Literarische Lesung“ liest. Gemeint ist Bürgermeister Andreas Magg, der in dem Roman vor seiner zigten Wiederwahl steht und dem die Kolpingfamilie meist auf humorige Art und Weise vorwirft, wenig zu leisten – vor allem wenig Innovatives.

Dabei hat es auch das Starkbierfest-Team nicht so mit Experimenten und Veränderungen. Die Laiendarsteller und Hobby-Musiker wissen, was sie können, und setzen deshalb auf Altbewährtes. Putzfrau Pia Jaki führte mit ihrem Gehilfen (Ernst Schwimmbeck) wieder durchs Programm. Höhepunkte sind traditionell der Solo-Auftritt von Rogalski und die Nummer der Ratschkattln, die heuer als Handwerkerinnen das Oswald-Haus am Nöscherplatz umstreichen sollen. Natürlich darf auch ein Sketch des Kolping-Nachwuchses nicht fehlen, das Ganze wird garniert mit jeder Menge netter Lieder, die die Darsteller passend umgetextet haben.

Doch auch wenn es beim Programm selbst an Überraschungen fehlt, überraschend ist immer wieder, mit wie viel Kreativität die Derblecker der Kolpingfamilie bei den einzelnen Sketchen zu Werke gehen. Rogalski hat für seinen Soloauftritt eine ganze Utopie (oder Dystopie?) geschaffen: Olching ist 2050 wieder Dorf, Esting hat sich abgespalten und mit Emmering die Großgemeinde Estmering gegründet. In Rogalskis Zukunft ist der Olchinger See zum Klein-Moor zugewachsen, die Neue Deutsche Mark wurde eingeführt und CSU-Anhänger fristen in Auffanglagern an der ungarischen Grenze ihr Dasein. Gemeinderatsabstimmungen finden über das Gemeinde-Facebook statt, die Kolpingfamilie hat aus der Pfarrkirche einen Event-Stadl gemacht und das Bahnhofsgelände samt Paulusgrube ist endlich zugebaut – nach nur 30-jähriger Bauzeit und noch vor Eröffnung des Flughafens Berlin.

Solche irrwitzigen Visionen quittiert das Publikum ebenso mit viel Applaus wie den Auftritt der Ratschkattln (Petra Huber und Ingrid Klammeth). Sie zerreißen sich über den von der Stadt monierten grünen Anstrich des Oswald-Hauses ebenso das Maul wie über andere bauliche Entscheidungen von Rathausverwaltung und Stadtrat („Wir ham hoit immer noch koane Städteplaner, sondern nur Dorfdesigner.“). Auch über den Nöscherplatz-Brunnen machen sich die Damen lustig, ebenso über die sanierungsbedürftige Mauer am alten Friedhof oder Glyphosat im Bier. Natürlich bekommt auch das eine oder andere Stadtratsmitglied sein Fett weg, sei es Vize-Landrätin Martina Drechsler wegen ihrer öffentlichen Auftritte („Wenn der Pressefotograph keinen Deckel aufm Objektiv hät, dats glei eineschlupfa.“), sei es Grünen-Sprecherin Ingrid Jaschke („die Olchinger Claudia Roth“).

Einen Hauch von Hollywood bringt die Kolpingfamilie dann gegen Ende des rund dreistündigen Programms auf die Bühne. In Anlehnung an den Science-Fiction-Kassenschlager „Star Wars“ zeigen sie in dem Sketch „Das War’s“ den Untergang des Planetenrates, sprich Stadtrates. Wenn Obi-Wan Magginobi mit Han Münchü, Darth Bauer, Luke Teichwalker und dem Zachperator – allein die Namenskreationen aus Filmfiguren und Stadträten sind köstlich – mithilfe von Lichtschwertern vergeblich um die Vormachtstellung im politischen Gremium kämpfen, mag das zwar nicht unbedingt die hohe Kabarettkunst sein. Es hat aber auf jeden Fall einen hohen Schauwert.

Starkbierfest 2016: So feiert Olching

Stefan Weinzierl

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