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Da spritzen die Sägespäne: Helmuth Käser und Helmut Dellinger machten im Baumstamm-Wettsägen das Triple perfekt – vor den Augen von Richard Sturm (Brauerei) und Toni Fasching.

Starkbierfest der CSU Mammendorf

König Sepp I. sägt das Oberdorf ab

Mammendorf - Beim Starkbierfest der CSU haben auch heuer Sportsgeist, starkes Bier und Fastenprediger Barnabas für viel Gaudi im Bürgerhaus gesorgt. Es gab sogar eine Krönung: Der Bürgermeister wurde zu „König Sepp I.“.

Vor rund 180 Besuchern durfte Kulturreferent Anton Fasching das erste Fass anzapfen. Er war nervös: „Für mich ist es tatsächlich das erste Mal.“ Doch das hätte er nicht sein brauchen: Fasching unterbot die zwei Vorjahresschläge von Bürgermeister Josef Heckl mit einem sensationellen Schlag.

Dann schlug Robert Piecha zu, der zum vierten Mal in die Rolle des „Bruder Barnabas“ geschlüpft war. Seiner 45-minütigen Verbal-Watschn kam niemand aus. Der nicht ausverkaufte Saal fiel auch ihm auf. Und so nahm er die parallel stattfindende Jahresversammlung des Burschenvereins aufs Korn, die schuld war, dass Bürgermeister Josef Heckl und Altbürgermeister Johann Thurner erst später zum Fest stoßen konnten.

Eine Flasche „Sepparator“ überreichte Robert Piecha („Bruder Barnabas“) an Bürgermeister Josef Heckl (r.).

 

Dann traf es den Rathauschef. In Insiderkreisen werde Heckl aufgrund der vielen Bautätigkeiten in der Gemeinde bereits als Märchenkönig verehrt, verriet Barnabas und überreichte „König Sepp I.“ eine überdimensionale Bierflasche, die er eigens für ihn vom Nassenhausener „Pantschen-Bräu“ habe brauen lassen: den „Sepparator“.

Weiter ging’s in Richtung Asyl-Thematik. Den Begriff „Obergrenze“ habe die Mammendorfer SPD geprägt, informierte Piecha. „Die haben schon vor Jahrzehnten für sich die Obergrenze von zwei Gemeinderäten eingeführt.“ Dann ging’s um den Ort. Mammendorf sei zweigeteilt, in ein Ober- und ein Unterdorf, meinte Barnabas. Und eigentlich brauche man das Oberdorf nicht, soll Bürgermeister Heckl zu später Stunde bei einem geselligen Abend kundgetan haben. Der widerrief die Aussage vehement. Doch die Fakten sprechen dafür, zählte Barnabas lückenlos auf: die komplette Energieversorgung, Gewerbe jeglicher Art, Kreisverkehre, Asylsuchende, Nahrungsmittelproduktion, alle drei Bürgermeister – alles im Unterdorf, nichts im Oberdorf.

Da es ansonsten in Mammendorf an nichts fehle, könne er sich eine Sightseeing-Tour für Touristen vorstellen, am besten auf dem Rücken eines Kamels – ein nicht ganz unbekannter Mammendorfer habe das ja bereits schon einmal vorgemacht.

Die starken Sprüche beim Derblecken kamen im Publikum gut an – auch wenn es heuer weniger Zuhörer waren.

Zu Ohren sei ihm gekommen, dass in Mammendorf ein Machtkampf um den Posten des Vize-Bürgermeisters brodelt, sagte Piecha. Nur so könne er sich erklären, dass Peter Muck als einziger nach dem Jahresabschlussessen der Gemeinde in eine Polizeikontrolle geraten war. Da stecke Dritter Bürgermeister Manfred Heimerl dahinter, mutmaßte Barnabas und begründete dies damit, dass Heimerl mit seinem Job als Volksfestreferent nicht so ganz zufrieden sei, nachdem beim letztjährigen Einzugstag die Speisekarten vom Brucker Volksfest ausgelegen hatten.

Starke Sprüche wurden umrahmt von starken Männern. Bereits im ersten Teil des Baumstamm-Wettsägens vor dem Derblecken hatten die Sieger der vergangenen zwei Jahre, Helmuth Käser und Helmut Dellinger, ihre Favoritenrolle eindrucksvoll demonstriert. „Wir wollen das Triple“, sagten sie. Eine Stunde vor Mitternacht wurden die Favoriten ihrer Rolle gerecht. Mit Bravour verteidigten sie ihre Vorjahreserfolge und werden in die Geschichte des Mammendorfer Starkbierfestes eingehen.

von Dieter Metzler

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