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Selbst wenn nur ein vergleichsweise kleines Auto am Parkplatz vor den Neubauten steht, ist die Sicht in die Steinbergstraße für Autofahrer auf der Oberen Bahnhofstraße versperrt. Oft stehen hier auch Kleintransporter und höhere Autos, sagt eine Anwohnerin.

Steinberg.-/Obere Bahnhofstraße

An dieser Kreuzung sieht man gar nichts

Germering - Nicht einmal eine Woche ist die Steinbergstraße nach Bauarbeiten wieder befahrbar – und schon hat es dort gekracht. Die Kreuzung mit der Oberen Bahnhofstraße ist durch die neue Bebauung nun noch unübersichtlicher. Eine Anwohnerin schlägt Alarm, bevor noch mehr passiert.

Knapp ein halbes Jahr war die Steinbergstraße wegen Bauarbeiten gesperrt. Auf einem Grundstück entstanden drei riesige, neue Wohneinheiten, der Asphalt musste wegen der Verlegung diverser Leitungen aufgerissen werden. Erst seit Mitte vergangener Woche ist die Steinbergstraße wieder befahrbar, die neuen Wohnhäuser teils fertiggestellt und bezogen. Die Nachbarn erhofften sich nun endlich eine Entspannung der Verkehrssituation im Viertel. Doch Christine Spitaler, 72, befürchtet, daraus wird nichts. Am Sonntag, also nur wenige Tage nach der Öffnung der Straße, beobachtete sie bereits den ersten, schweren Unfall an der Kreuzung.

„Zwei Autos sind ineinander gekracht“, bestätigt Andreas Ruch von der Germeringer Polizei. Ein Audi A6 war gegen 19 Uhr in westlicher Richtung auf der Oberen Bahnhofstraße unterwegs und wollte die Vorfahrtsstraße kreuzen. „Er hat nicht richtig nach links in die Steinbergstraße hineingeschaut“, sagt Ruch.

Der 35-Jährige Unfallverursacher aus Germering hatte hinterher angegeben, noch nicht mitbekommen zu haben, dass die Straße wieder frei ist. „Er ist mit einem neuen BMW zusammengestoßen, der von der Steinbergstraße in die Kistler-Straße fahren wollte“, sagt Ruch. Bei dem BMWFahrer handelte es sich um einen 33-jährigen Germeringer. Beide Männer blieben unverletzt, jedoch entstand an beiden Autos jeweils ein Schaden von etwa 10 000 Euro.

„Es tut mir um jeden Leid, der hier zu Schaden kommt“, sagt Anwohnerin Christine Spitaler und deutet auf die Kreuzung. „Hier sieht man wirklich überhaupt nichts.“ Und tatsächlich: Selbst wenn der unfallverursachende Audi- Fahrer nach links in die Steinbergstraße hineingeschaut hätte, hätte er den BMW kaum sehen können – Autos, die vor den Neubauten parken, versperren die Sicht. „Tagsüber stehen hier nicht so viele Autos“, sagt Spitaler. „Abends aber ist alles voll. Manchmal stehen dort auch Kleintransporter, über die man gar nicht drüber sieht.“

Optimal sei die Verkehrssituation tatsächlich nicht, gibt Ruch von der Polizei zu. Aber das sei vor der Baustelle nicht anders gewesen. „Da standen auf dem freien Feld oft Wohnanhänger und Lkw herum, die die Sicht in die Steinbergstraße versperrt hätten.“ Autofahrer müssten sich ab sofort eben langsam in die Kreuzung hineintasten, die Geschwindigkeitsbegrenzung im gesamten Bereich liegt bei 40 Stundenkilometern. Außerdem müsse sich noch herumsprechen, dass die Steinbergstraße wieder befahrbar ist.

Christine Spitaler wird die Kreuzung dennoch meiden - auch wenn das für sie einen Umweg bedeutet: „Ich werde hier weder mit dem Auto, noch mit dem Radl fahren.“

VON CAROLIN NUSCHELER

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