Nach Gespräch mit dem Innenminister

Stillgelegtes Gleis soll reaktiviert werden

Der seit Jahren nicht genutzte Bahnsteig am Gleis 1 in Bruck soll ausgebaut werden. Ein Provisorium wird es aber nicht geben.

Fürstenfeldbruck – Der Bahnsteig am Gleis 1 ist zu niedrig und wird deshalb nicht benutzt. Wie der Stimmkreisabgeordnete Reinhold Bocklet (CSU) nach Gesprächen mit Bayerns Innenminister Herrmann nun berichtet, soll der Steig in den nächsten Jahren im Interesse einer schnellstmöglichen Wiedereinführung der im Jahre 2015 unter skandalösen Umständen gestrichenen Regionalzughalte erhöht werden. Allerdings sei kein kurzfristiges Provisorium möglich. Die Bahn hatte offenbar gefordert, das Vergaberecht auszusetzen und die Richtlinien für die Gewährung von Zuwendungen durch den Freistaat für den ÖPNV hier nicht anzuwenden. Dem habe der Freistaat nicht entsprechen können, berichtet Bocklet nach dem Gespräch mit dem Innenminister.

Reinhold Bocklet

Hintergrund für die Entscheidung zugunsten des ordentlichen, voraussichtlich zwei bis drei Millionen Euro teuren Ausbaus dürften laut Bocklet auch erste Erkenntnisse aus den Planungen für den Ausbau der S 4 (drei Gleise bis Eichenau) sein. Demnach gilt ein dauerhaft verbesserter Bahnsteig am Gleis 1 in Bruck als sinnvoll im Sinne einer stabilen Betriebsabwicklung der hochbelasteten Mischbetriebsstrecke. Gleichzeitig sollen auch die Bahnsteigkanten in der Buchenau auf S-Bahnniveau (96 Zentimeter Höhe) angehoben werden, wobei Bruck hier einen Finanzierungsanteil leisten will, wie Bocklet sagt.

Die notwendigen Schritte müssten nun gegenüber der DB Station und Service eingeleitet werden. Es sei vorstellbar und anzustreben, dass der neue Bahnsteig am Gleis 1 gleichzeitig mit der Fertigstellung der Elektrifizierung der Strecke bis Lindau Ende 2020 zur Verfügung steht. Die Kosten müssten aus derzeit in den Budgetplanungen noch nicht enthaltenen Regionalisierungsmitteln aufgebracht werden. Vereinfacht gesagt: Zahlen muss die Erhöhung des Brucker Bahnsteigs der Freistaat, eingeplant ist die Ausgabe noch nicht. Wie Bocklet in diesem Zusammenhang berichtet, wird derzeit ein Vier-Phasen-Programm zum Bahnausbau in der Region München vor Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke erarbeitet. Bocklet hofft, das Gleis 1 in die erste Phase einfügen zu können. Darüber solle im ersten Halbjahr 2017 entschieden werden.

Hintergrund dieser Bemühungen ist die Streichung der Regionalzughalte in Bruck vom Dezember 2015, die in einer Nacht- und Nebel-Aktion stattgefunden hatte und die als Affront gegen den Innenminister zu verstehen gewesen sei, so Bocklet. Die Änderung aus 2015 beruhte auf einer Vereinbarung zwischen Eisenbahngesellschaft und Bahn, künftig auf der Strecke Doppelstockwagen einzusetzen. Deren Einstiege sind ihrerseits allerdings wiederum zu tief für die Bahnsteige 2 und 3 in Bruck. Die größte Hürde insgesamt, klagt Bocklet, sei die Zusammenarbeit mit der DB Station und Service, bei der dringend notwendige Maßnahmen immer wieder verzögert würden.

st

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