Den Stolperstein für den Zwangsarbeiter Wassyl Zhygalyuk verlegte der Künstler Gunter Demnig vor dem Rathaus. Foto: weber

Stolperstein in Grafrath verlegt

Grafrath - An den jungen Ukrainer Wassyl Zhygalyuk, der im Alter von 19 Jahren im KZ ermordet wurde, erinnert ab sofort ein Stolperstein vor dem Grafrather Rathaus.

Die Verlegung des Stolpersteins war ein bewegende Zeremonie. Die Grafratherin Simone Schmid, die der Spur des jungen Ukrainers von Grafrath bis zu seinem Tod im KZ Natzweiler-Struthof gefolgt ist, konnte ihre Tränen bei ihrem Vortrag kaum unterdrücken. Für sie ist Zhygalyuk nun nicht mehr nur einer der 242 Zwangsarbeiter, die im Zweiten Weltkrieg in Wildenroth, Unteralting und Kottgeisering zum Einsatz kamen. „Er hat ein Gesicht bekommen, als ich seine Bilder bei meiner Recherche gesehen habe“, sagte sie.

Schmid hatte im Rahmen ihrer Nachforschungen aufgedeckt, dass Zhygalyuk, der 1942 im Alter von 16 Jahren nach Grafrath gekommen war, aufgrund einer Denunziation ins KZ Flossenbürg deportiert wurde. Dort verlor sich die Spur zunächst. Nach jahrelanger Suche fand Schmid schließlich heraus, dass Zhygalyuk am 12. Februar 1945 im KZ Natzweiler-Struthof ermordet und zusammen mit 222 weiteren Opfern in einem Massengrab verscharrt wurde.

Simone Schmid lädt mit dem Kulturverein St. Rasso zu einer Gedenk-Lesung am Sonntag, 31. Mai, um 17 Uhr in den Dachsaal Marthashofen. Die Schauspieler Rolf P. Parchwitz und Michaela Stögbauer lesen Verse aus Paul Celans „Todesfuge“ sowie Texte von Edgar Kupfer-Koberwitz und Peter Weiß. Pianistin Monika Stöhr spielt Musik von Erik Satie, Rudi Goguel und Viktor Ullmann. Der Eintritt ist frei. (ad)

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