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Straßenkreuze: Gedenken mit Genehmigung

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Von: Tobias Gehre

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An vielen Straßen stehen so genannte Marterl – wie hier bei Puchheim. Die Straßenkreuze sind für Hinterbliebene oft ein wichtige Hilfe bei der Bewältigung der Trauer.
An vielen Straßen stehen so genannte Marterl – wie hier bei Puchheim. Die Straßenkreuze sind für Hinterbliebene oft ein wichtige Hilfe bei der Bewältigung der Trauer. © Gehre

Sie erinnern an einen schweren Unfall, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen ist. Straßenkreuze sind für die Hinterbliebenen oft eine wichtige Hilfe, die Trauer zu bewältigen. Doch für die kleinen Gedenkstätten gelten Regeln.

Fürstenfeldbruck – Die B 2 führt einmal quer durch den Landkreis. Auf den gut 32 Kilometern zwischen Germering und Althegnenberg sind täglich zehntausende Autos und Lastwagen unterwegs. Und immer wieder kracht es. Oft bleibt es bei Blechschäden. Aber manchmal endet in einem Autowrack ein Leben. Die unmittelbaren Spuren des Unfalls werden von Feuerwehr, Abschleppdienst und Straßenreinigung schnell beseitigt. Doch häufig errichten Angehörige kleine Kreuze am Straßenrand, stellen Kerzen auf, legen Blumen ab. Nicht selten ist der Unfall Jahre oder gar Jahrzehnte her – und die Gedenkorte werden noch immer gepflegt. Das zeigt, wie wichtig sie den Hinterbliebenen sind.

Doch wie für so vieles in Deutschland gelten auch für die so genannten Marterl Regeln. „Formaljuristisch handelt es sich bei Straßenkreuzen um eine „Sondernutzung am Straßenrand“, teilt das für die Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis zuständige Staatliche Bauamt in Freising mit. Deshalb müssen sie genehmigt werden. In der Regel gehe das ohne Probleme – aus Pietätsgründen und aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen. Im Landkreis gibt es laut Bauamt rund 15 solcher genehmigter Erinnerungsstätten.

Verkehr darf nicht behindert werden

Voraussetzung sei aber, dass die Gedenkorte den Verkehr nicht behindern, Autofahrer nicht ablenken, keine Schilder verdecken und die Sicht nicht beeinträchtigen. Oder anders ausgedrückt: Aus Sicht des Staatlichen Bau-amts spricht nichts gegen ein kleines Holzkreuz, das hinter einer Schutzplanke steht oder in sicherer Entfernung von der Straße. Wo genau das Marterl aufgestellt werden kann, ergebe sich in einem Gespräch zwischen den Hinterbliebenen und der Stra-ßenmeisterei. Allerdings sollten die Angehörigen gegebenenfalls den Grundstückseigentümer um Erlaubnis bitten. Und noch ein weiterer, ganz praktischer Grund spreche gegen einen Standort direkt neben der Straße: Im Winter könnten die Kreuze durch den von der Straße weggeräumten Schnee, im Sommer durch Mähgeräte zerstört werden.

„Prinzipiell nicht möglich sind massive Gedenkkreuze aus Metall oder Stein oder mit einem festen Fundament“, erklärt die Behörde. Dann sprächen nämlich Sicherheitsgründe dagegen.

Wird eine Straße verbreitert oder ein Radweg gebaut, erhalten die Angehörigen Post vom Bauamt – sofern sie zuvor offiziell eine Genehmigung für das Aufstellen des Kreuzes angefragt haben. Die Angehörigen werden dann gebeten, das Kreuz vorübergehend abzubauen beziehungsweise zu versetzen. Ist nicht bekannt, wer das Kreuz aufgestellt hat, wird es in einer Straßenmeisterei eingelagert und auf Nachfrage auch wieder herausgegeben. Oder die Mitarbeiter des Straßenmeisterei versetzen das Kreuz so, dass es nicht beschädigt wird.

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