Das Thema „Heaven meets Earth“ des Streetart-Festivals hat der Münchner Künstler Loomit humorvoll auf seinem Wandbild dargestellt. Foto: tb

Streetart-Festival: „Heaven meets Earth“

St. Ottilien - Internationale Graffiti-Künstler verschönern zwei Wochen lang die Klostergebäude.

Die Erzabtei St. Ottilien lässt ihre Mauern bemalen, und zwar gleich 1000 Quadratmeter. Bis 4. Oktober sind neun international renommierte Künstler im Klosterdorf. „Heaven meets Earth“ lautet das Motto des Projekts.

Das erste Werk des Münchner Sprayers Loomit ist bereits fertig. Auf die Stirnwand der Garage vor dem Haupteingang zum EOS Verlag. Es zeigt aus der Vogelperspektive eine Landkarte von Bayern. In der Mitte ist St. Ottilien zu erkennen. Von dort schießen wie bei einem Feuerwerk rote Hände mit Spraydosen in den Himmel. Von dort gleiten drei Kühe an Fallschirmen zu Boden. Abgebildet ist auch der Bahnhof Geltendorf. Der gilt nämlich als eine der Geburtsstätten des Graffiti in Deutschland. Loomit war schon damals mit dabei, ein Sprayer der ersten Stunde. 1987 musste er zur Strafe fürs Sprühen 100 Stunden Sozialdienst ableisten. Heute ist der 44-Jährige ein gefragter Künstler.

Die Idee zu dem Projekt entstand im Laufe eines launigen Abends, den der Leiter der Klostergalerie, Pater Cyrill Schäfer, und die führenden Köpfe des Eresinger Künstlervereins Vis à Vis, Karl Witti und Alexander Ewgraf, miteinander verbrachten. „Wir wollten ein großes internationales Projekt auf die Beine stellen“, erzählt Pater Cyrill. Die Wandmalereien sollen der Anfang eines Kulturweges sein zwischen Geltendorf, St. Ottilien und Eresing. Vis à Vis hat das Ziel, zeitgenössische Kunst im ländlichen Raum stärker zur Geltung zu bringen.

Zwei Wochen lang soll nun jeden Tag gemalt werden, unter anderem auf den Fassaden des Kuhstalls und der Druckerei. Einen Zeitplan, wer wann wo genau sprüht, gibt es nicht. Interessierte Zuschauer sollen einfach vorbeikommen.

Eine offizielle Begehung der Wandbilder findet am Samstag, 29. September, um 16 Uhr statt. An mehreren Tagen werden außerdem Führungen angeboten (Termine unter www.heavenmeetsearth.de/programm). (os)

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