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Lutz Rosenbaum ist Chef des Abwasserzweckverbands Schweinbach-Glonngruppe. 

Wasserverbandsvorsitzender meldet sich zu Wort

Streit um Bach und Wertstoffhof wird schärfer

Der Streit um den neuen Wertstoffhof in Unterschweinbach und die Renaturierung des Neschelbachgrabens wird immer schärfer: Jetzt ist sogar von „alternativen Fakten“ die Rede.

Unterschweinbach – Lutz Rosenbaum (CSU), Vize- Bürgermeister von Oberschweinbach und Vorsitzender des Abwasserzweckverbands (AZV) Schweinbach-Glonngruppe, wirft Egenhofens Bürgermeister Josef Nefele (BGE) beim Streit um den geplanten Wertstoff im Westen des Unterschweinbacher Gewerbegebiets und die Renaturierung des Neschelbachgrabens vor: „Er arbeitet mit alternativen Fakten.“

Der Hintergrund: Beim jüngsten Treffen des Egenhofener Ortsparlaments verlas Amtsleiter Robert Köll eine ausführliche Stellungnahme der Kommune zum Stand der Dinge rund um den neuen Wertstoff und zur Problematik der Niederschlagswasserableitung. Kurz vor der Sitzung hatten die Gemeinderäte außerdem eine ausführliche Stellungnahme von der Egenhofener CSU-Vorsitzenden Gabriele Dietrich erhalten, die auch als Rosenbaums Stellvertreterin fungiert. Sie widerspricht der Gemeinde in praktisch allen Punkten. Bei der Sitzung war Dietrich nicht anwesend.

Einer der Streitpunkte: die Kosten für den Rückbau des Neschelbachgrabens, der einst ohne amtliche Genehmigung vertieft wurde – der kleine Bach muss das Regenwasser des Wertstoffhofs schlussendlich abtransportieren. Die Gemeinde spricht von rund 45 000 Euro, die das Ingenieurbüro Lais im Jahr 2015 geschätzt habe. „Das war eine öffentliche Sitzung, dafür gibt es viele Zeugen“, betonte Rathauschef Nefele gegenüber unserer Zeitung.

Dietrich schreibt dagegen in ihrer Stellungnahme: „Die Kosten (…) sind falsch. Jedenfalls werden keine Kosten von 45 000 Euro anfallen.“

Rosenbaum wunderte sich in einem Telefonat mit dem Tagblatt darüber, dass „der ganze Vorgang im Egenhofener Gemeinderat behandelt wird und nicht im zuständigen Gremium des AZV, in dem genügend Vertreter Egenhofens sitzen“.

Nefeles Antwort: „Der Gemeinderat Thomas Wieser hatte dazu in der Januarsitzung eine Anfrage gestellt, die haben wir beantwortet.“

Ein weiterer Grund für den Zwist: „Wir haben das Neschelbach-Problem nur geerbt und nicht verursacht“, erklären Rosenbaum und Dietrich. Tatsächlich fielen die Entscheidungen zum Ausbau des Grabens in die Zeit, als der Oberschweinbacher Klaus Wenger (CSU) den Vorsitz des Verbands inne hatte und Nefele sein Stellvertreter war. Das Egenhofener Ortsoberhaupt betont allerdings: „Ich war schon damals gegen den Ausbau des Bachs ohne eine ausdrückliche Genehmigung des Wasserwirtschaftsamts.“

Mittlerweile deutet vieles darauf hin, dass der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) das Regenwasser auf dem Gelände des Wertstoffhofs einfangen wird – und nicht in einem Becken zwischen dem Neschelbach und dem Oberweikertshofener Sportgelände. Mit anderen Worten: Sollte eines Tages ein Rückhaltebecken für das Unterschweinbacher Gewerbegebiet nötig werden, müsste der AZV das Projekt finanzieren, so Nefele, „und damit der Gebührenzahler“. Ebenso wie die Ausgaben für den Rückbau des Baches.

Gabriele Dietrich zweifelt die Zuständigkeit des AZV hingegen grundsätzlich an: „Der Abwasserzweckverband ist (...) nicht Eigentümer des Baches.“ (kra)

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