Verlegung der B 2

Südumfahrung: Mammendorf hält Trasse frei

Für eine Verlegung der B 2 will die Gemeinde eine Fläche frei halten. Für die Südumfahrung wurde nun der Flächennutzungsplan geändert.

Mammendorf – Im Juni 2011 hatte der Gemeinderat beschlossen, vorsorglich eine Trasse für eine Umfahrung festzulegen. So kann sie vor konkurrierenden Nutzungen frei gehalten werden. Dafür wurden ein Verkehrs- und ein Umweltgutachten erstellt. Beide ergaben, dass eine Südtrasse gegenüber einer Nordtrasse geringere Eingriffe in die Natur verursachen würde. Auch die außerordentliche Bürgerversammlung im September 2016, bei der alle Planer samt Bund Naturschutz zu Wort kamen, führte zu keinem anderen Ergebnis.

Nachdem das erste Verfahren abgeschlossen war, erfolgte die zweite Auslegung, die nun 22 Bürgereinwände nach sich zog. Diese wurden in der Sitzung zusammenfassend gewürdigt, da sie sich in vielen Punkten glichen. Daneben wurden auch die elf Einwände der Träger öffentlicher Belange behandelt.

Obwohl die Südumfahrung inzwischen als vordringlicher Bedarf auch im Bundesverkehrswegeplan 2030 eingestuft ist, favorisiert die Mehrzahl der Bürger in ihren Einwänden immer noch die Nordtrasse. Durch die Umfahrung im Süden würde der Ort eingekesselt, der bereits im Norden durch die Bahnlinie beschränkt wird. Mit der Südumfahrung würde sich außerdem die Lebensqualität, insbesondere der Erholungswert der Freizeitanlage, deutlich verschlechtern, hieß es. Daneben werden bei den Einwänden erhöhte Immissionsgrenzwerte (Lärm, Abgas, Feinstaub) ins Feld geführt.

Der Einwand, dass die Verlegung der B 2 aus der Ortsmitte Auswirkungen auf den Einzelhandel haben könnte, ist der Gemeinde bewusst. Laut Verkehrsgutachten liegt der Durchgangsverkehr bei 62 Prozent. Die Fahrer nutzen eher kein örtliches Einkaufs- und Handwerksangebot. So wurden auch von den örtlichen Gewerbetreibenden keine Bedenken geäußert. Im Übrigen würden diese Auswirkungen auch bei einer Nordvariante zutreffen.

Die Sorge, dass nach der Realisierung der Südumfahrung keine Möglichkeit zu einer Ortsentwicklung in Richtung Süden bestehe, sieht die Gemeinde nicht. Auch danach gebe es noch ausreichende Chancen für eine bauliche Entwicklung. Dass das Landschaftsbild zerstört und die Schutzgüter Tier und Pflanzen beeinträchtigt werden, dessen sei man sich bewusst, heißt es seitens der Verwaltung. Die Basisuntersuchung habe aber ergeben, dass diese Beeinträchtigungen im Norden deutlich größer seien als im Süden. Den Schutz von Natur und Landschaft werde man ausreichend berücksichtigen.

Letztlich weist die Gemeinde den Vorwurf einer fehlenden Bürgerbeteiligung von sich. Bereits bei der Änderung des Flächennutzungsplans 2015 wurde die Öffentlichkeit beteiligt, 2016 fand eine außerordentliche Bürgerversammlung statt und zuletzt hatten die Bürger im Rahmen des öffentlichen Auslegungsverfahrens 2017 Gelegenheit die Planung einzusehen. Außerdem beweisen die zahlreichen Bürgereinwände das Gegenteil.

Die Gemeinderäte segneten die Änderung des Flächennutzungsplans für die Südumfahrung mit 11:3 Stimmen ab. Es seien Entscheidungen, die für die Zukunft Mammendorfs zu treffen sind, sagte Bürgermeister Josef Heckl (BGM). Gemeinderäte selbst, aber auch Bekannte und Freunde könnten von diesen Entscheidungen betroffen sein. Aber es liege nun mal in der Verantwortung des Gemeinderates, mit den Abwägungen letztlich so zu entscheiden, sagte Heckl am Ende der Sitzung. „Dafür sind wir schließlich gewählt worden, und ich denke, wir haben das konstruktiv und uns nicht leicht gemacht. Ich danke allen, dass alles immer fair abgelaufen ist.“ (Dieter Metzler)

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