Kommandant Dennis Reiter mit dem Tablet

Technische Neuerungen bei der Feuerwehr

Mit dem Tablet-Computer zum Einsatz

Landkreis – Die Feuerwehren im Landkreis gehen immer wieder neue Wege. Für dieses Jahr auf der Agenda der Feuerwehr-Häuptlinge: Die Anschaffung von tragbaren Tablet-Computern unter anderem für den Einsatz vor Ort. Doch diese Klein-Computer sind nicht unumstritten – vor allem wegen der Kosten.

Auf dem Rechner sind detaill

Was die 17 Mitglieder der Feuerwehr-Führung im Laufe des Jahres für sich in Dienst setzen möchten, haben die Wehren in Geiselbullach und einigen anderen Orten bereits: Ein Tablet im Einsatz-Wagen. „Natürlich haben wir vorher ohne diesen Rechner auch unseren Dienst versehen“, sagt Geiselbullachs Kommandant Dennis Reiter. „Aber das Tablet vereinfacht alles. Wir können jetzt schneller helfen als früher.“ Beispiel: Auf dem Rechner sind genaue Pläne gespeichert, wo Hydranten stehen. Damit entfällt für die Feuerwehr die früher manchmal langwierige Suche nach solchen Wasseranschlüssen.

Detaillierte Angaben über die Bauart von Autos

Außerdem auf dem Rechner mobil immer verfügbar: Informationen über Brandmeldeanlagen, über Einsatzpläne und detaillierte Aufschlüsselungen von Fahrzeugdaten. Letztere helfen, wenn eine Person nach einem Unfall aus einem verbeulten Wagen befreit werden muss – dabei geht es um Sekunden. Das Tablet kann im Feuerwehrauto befestigt werden, kann aber auch ins Freie mitgenommen werden. Es ist wasserdicht und stoßfest. Im Prinzip, so Dennis Reiter, wird das Gerät bei jedem Einsatz genutzt.

Kritik vom Feuerwehrreferenten

Im Einsatzwagen kann das Tablet befestigt werden.

Im Fall der Geiselbullacher Wehr ist die Stadt Olching für die Anschaffung des Gerätes zuständig gewesen. Im Falle der Feuerwehrführung rund um Kreisbrandrat Hubert Stefan ist der Landkreis Fürstenfeldbruck gefragt. Bei den Haushaltsberatungen wurden 34 000 Euro für 17 neue Outdoor-Tablets bereitgestellt – allerdings nicht ohne harsche Kritik von Kreis-Feuerwehrreferent Gottfried Obermair (FW). Er hält die Anschaffung für komplett unnötig und zudem für völlig überteuert. Einfache Laptops, sagt er, würden die Aufgabe genau so gut erfüllen. Kein Mensch, so der Germerswanger Feuerwehrmann, werde sich mit dem Tablet vor den Unfallort stellen.

Teil einer modernen Ausstattung

Kreisbrandrat Hubert Stefan sieht das anders. Ganz prinzipiell ist er der Auffassung, dass die tragbaren Rechner ganz einfach Teil einer modernen Ausrüstung sind. Die Kosten von etwa 2000 Euro je Gerätesatz (also mit Zubehör) erklärt er mit der Robustheit der Outdoor-Tablets – sie sollen einen Einsatz schließlich auch überstehen. Hubert Stefan führt ein weiteres Beispiel an, wo die Tablets hilfreich sein können: Wenn ein Gefahrguttransporter havariert, kann der Feuerwehrmann mit Hilfe von Daten auf dem Rechner sehr einfach klären, mit welcher Art von Gefahrgut er es zu tun hat und welche Maßnahmen nötig sind.

Auch für interne Aufgaben geeignet

Die 17 Mitglieder der Kreisbrandinspektion sollen die Tablets freilich nicht nur im Einsatz nutzen, sondern auch anderweitig verwenden: Etwa für die Mitgliederverwaltung oder für Ausbildungszwecke. Bisher nutzen die ehrenamtlichen Feuerwehrleute dafür ihre privaten PCs – und die Notwendigkeit, online tätig zu werden, nimmt wie in allen anderen Bereichen ständig zu.

Plan: Eine Drohne soll her

Der Kreistag hat die Ausgaben für die Tablets nach Drängen von Landrat Karmasin noch vor Weihnachten durchgewunken. Trotzdem wurde nochmal ein Gespräch zwischen allen Beteiligten anberaumt. Dieses steht noch aus – genau wie der geplante Kauf einer weiteren technischen Neuerung, die der Kreis-Feuerwehr vorschwebt: Die Anschaffung einer Drohne (etwa 3000 Euro samt Zubehör). Damit könnte man im Einsatz Erkenntnisse aus der Vogelperspektive gewinnen.

(Thomas Steinhardt) 

Der Digitalfunk funkt wirklich

Angesichts der Vorgeschichte glaubt man es kaum, aber eine weitere technische Neuerung funktioniert: Der Digitalfunk. Das bestätigt der Sonderbeauftragte für dieses Thema, Kreisbrandinspektor Hans Hintersberger, knapp zwei Monate nach dessen Einführung. Kleinere Fehler habe es zwar noch gegeben. Diese seien aber ohne größere Probleme zu beheben.

 Die Ausrüstung der einzelnen Feuerwehren mit den entsprechenden Handys ist ebenfalls abgeschlossen, erzählt Hintersberger, der von einer enormen Verbesserung in der Funk-Abdeckung berichtet. Es gebe jetzt praktisch keine weißen Flecken mehr auf der Landkreis-Karte. „Höchstens wenn ich grad durch eine Senke fahre, kann es sein, dass es mal für 100 Meter schwierig wird“, sagt Hintersberger. Verbesserungswürdig sei noch die Handhabung beim Funken. Dabei setzt die Kreisbrandinspektion auf die zunehmende Routine und auch auf Nachschulungen. Der Sprechfunker-Lehrgang wird künftig wegfallen.

Die Ausbildung im Digitalfunk erfolgt künftig in der Truppmann-Ausbildung. Diese findet in der Regel nur am Anfang einer Feuerwehr-Karriere statt. Die Ortsfeuerwehren sehen das eher problematisch, weil damit die altgedienten Feuerwehrler nicht mehr erreicht werden. Gleichzeitig ist ein Nachweis von funktechnischen Kenntnissen Voraussetzung für die Ausbildung höherer Führungsfunktionen wie Zugführer oder Leiter einer Feuerwehr. Deshalb muss eine neue Ausbildung her. Wie genau die aussehen soll, steht noch nicht fest. Hintersberger: „Da müssen wir noch was stricken." (mjk)

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