In der Tagespflegestation werden die Besucher intensiv betreut – das verursacht erhebliche Kosten. tb-foto

Tagespflegestation droht das Aus

Germering - Die Tagespflegestätte des Sozialdienstes hat enorme finanzielle Probleme. Wenn die Stadt nicht unterstützend eingreift, droht sogar die Schließung

Von außen betrachtet, bietet die Tagespflege am Aubinger Weg eigentlich ein hervorragendes Bild: Die Auslastung ist sehr hoch, im Vorjahr lag sie bei 98 Prozent. Und auch die Zufriedenheit der Angehörigen ist laut Sozialdienst-Geschäftsführerin Sonja Thiele sehr hoch.

Ein Blick hinter die Kulissen offenbart allerdings erhebliche Probleme: Im vergangen Jahr hat der Betrieb der Tagespflege dem Sozialdienst ein Defizit von 50 000 Euro eingebracht. Die Ursachen liegen aus Sicht von Sonja Thiele vor allem in den Personalkosten: Wenn die Station mit zwölf Patienten belegt sei, müssen drei Pflegekräfte vor Ort sein.

Der Fördersatz der Kassen gehe aber von maximal zwei Kräften aus. „Sie wenden bei Pflegestufe Null, was beginnender Demenz entspricht, einen Schlüssel von eins zu zehn an.“ Das bedeutet: Auf eine Pflegeperson kommen zehn Patienten. Auch bei Pflegestufe eins oder zwei sei der Schlüssel nur eins zu fünf - auch solche Patienten, die mehr Aufmerksamkeit brauchen, befinden sich in der Tagespflege.

Der Sozialdienst könnte es sich natürlich einfach machen und die Zahl de Pflegekräfte reduzieren. Das wäre aber unverantwortlich, meint Thiele. Und zwar nicht nur den Besuchern und deren Angehörigen gegenüber, sondern auch dem Personal: „Wir würden ja unsere Mitarbeiter verbrennen,“ befürchtet die Sozialdienst-Chefin.

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