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Schatzmeister und Schriftführer: Erwin Götzinger (l.) und Samuel Fleischhacker von den Briefmarkenfreunden.  

In der Stadthalle 

Tauschtag lockt Briefmarkenfreunde

Mehr als 250 Besucher sind zum Großtauschtag der Germeringer Briefmarkenfreunde in die Stadthalle gekommen. Freilich standen dabei Briefmarken verschiedenster Art im Mittelpunkt. Das Thema in diesem Jahr lautete: „500 Jahre Reformation“.

Germering – Um die Besucher zum Großtauschtag in die Stadthalle zu locken, haben sich die Germeringer Briefmarkenfreunde etwas einfallen lassen: Erstmals seit 30 Jahren ist der Eintritt am Sonntag frei gewesen. „Die Leute, die hier weiterverkaufen wollen, haben Interesse an einer großen Besucherzahl“, sagt Erwin Götzinger, Schatzmeister der Briefmarkenfreunde. „Wir leben davon, wenn ein großer Kreis angesprochen wird.“ Die Logik: Viele Menschen bedeutet viele Briefmarken. Und der Plan ging auf: Mehr als 250 Besucher kamen in die Stadthalle.

Viele haben sich den Sonderstempel zu „500 Jahre Reformation“ gesichert, der auf dem Großtauschtag eingeschlossen in einem Plusbrief mit Zusatzaufdruck von Luthers Thesentür verteilt wurde. „Das lockt schon auch die Leute an“, sagt Schriftführer Samuel Fleischhacker. Briefmarken und Stempel würden in verschiedensten Kategorien gesammelt, darunter Sportereignisse, Jubiläen, aber auch Regionen oder Städte.

Zwar wird die Zahl der Briefmarkensammler auf rund eine Million in Deutschland geschätzt, doch in Vereinen sind vergleichsweise wenig organisiert. Zudem ist ein Großteil der 80 Mitglieder bei den Germeringer Briefmarkenfreunden über 60 Jahre alt.

Schriftführer Samuel Fleischhacker nimmt diese Entwicklung mit Humor. „Mit 50 Jahren kommt man bei uns noch in die Jugendabteilung“, sagt er. Die Jüngeren, damit meint er Sammler ab 40 Jahren, würden sich aber oft eher übers Internet melden.

Gleichwohl haben Tauschtage wie in Germering in der Briefmarkensammler-Szene durchaus eine Bedeutung. „Man bleibt in Kontakt, der Zusammenhalt unter den Vereinen wird gepflegt“, sagt Fleischhacker. Viele Sammler würden solche Tauschtage geradezu abklappern.

Daher werden die Termine unter den Briefmarkenfreunden gut koordiniert. Selbst in einem Umkreis von 200 Kilometern wird versucht, Überschneidungen zu vermeiden. Bis etwa 2010 habe es sogar Busfahrten gegeben, die laut Götzinger landkreisübergreifend organisiert worden seien. Doch mit zunehmendem Alter seien die Teilnehmer weniger geworden.

Vor einem aber warnen Götzinger wie Fleischhacker

: „Briefmarken darf man nicht als Wertanlage sehen.“ Sie steigen in der Regel nur langsam im Wert. Allenfalls mit besonderen Einzelstücken oder gefragten Spezialgebieten sei etwas zu holen.

Sammel-Leidenschaft kann ein ganz schön teures Hobby sein. Götzinger sagt: „Die Freude, eine Serie komplett zu haben, der Spaß am Hobby, die Lebensqualität, die man damit bekommt, ist viel wert.“ So gesehen sei die Briefmarke sehr viel mehr wert als ein Stück Papier, das auf der Rückseite gummiert sei.

Weitere Informationen

zu den Briefmarkenfreunden Germering und ihren Angeboten im Internet unter www.germeringer-briefmarkenfreunde.de.

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