Einen Zebrastreifen fordert Rainer Seitz – und zwar genau an der Einmündung der Senser- in die Dachauer Straße. „Gerade in den Morgenstunden und ab dem Nachmittag ist es fast unmöglich, über die Straße zu kommen“, sagt er. pw

250 Unterschriften gesammelt

Tauziehen um Zebrastreifen in Neu-Esting

Olching – Ein Zebrastreifen an der Einmündung der Senserstraße in die Dachauer Straße soll es Fußgängern leichter machen, die Ortsdurchgangsstraße von Neu-Esting zu überqueren. Das fordert zumindest Anwohner Rainer Seitz. Er hat für sein Anliegen fast 250 Unterschriften gesammelt. Die Stadt hält den Standort jedoch für problematisch.

Der Beirat für Menschen mit Behinderung ruft die Bürger immer wieder dazu auf, Stellen zu nennen, an denen ihrer Ansicht nach gehandelt werden muss, um Menschen mit körperlichen Einschränkungen das Leben zu erleichtern. Seitz hat dieses Angebot dankend angenommen, und dem Beirat sein Anliegen mitgeteilt, damit es an die Rathausverwaltung weitergeleitet wird.

Für den 65-Jährigen, der seit einiger Zeit selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist, gibt es mehrere Gründe, eine Querungshilfe zu errichten. Da wäre zum einen der viele Verkehr auf der Dachauer Straße. „Gerade in den Morgenstunden und ab dem Nachmittag ist es fast unmöglich, über die Straße zu kommen.“ Wenn die B 471 gesperrt ist, verschärfe sich die Situation noch, da viele Autofahrer dann auf die Dachauer Straße ausweichen würden.

Zum anderen seien die Sichtverhältnisse an der Stelle aufgrund parkender Autos besonders schlecht. Fußgänger, erläutert Seitz, müssten eigentlich bereits auf die Straße gehen, um überhaupt sehen zu können, ob ein Auto kommt oder nicht. Das sei besonders für Rollstuhlfahrer extrem gefährlich.

Nun gibt es etwas über 200 Meter weiter, an der Einmündung der Weinstraße in die Dachauer Straße bereits einen Zebrastreifen. Doch den hält Seitz für sinnlos.

Behindertenbeirat steht hinter Seitz

Denn nicht dort, sondern in dem von ihm vorgeschlagenen Bereich, würden viele Leute über die Straße gehen wollen – vor allem ältere Bürger und Patienten, die entweder zur Arztpraxis und der benachbarten Physiotherapiepraxis an der Dachauer Straße oder in die Arztpraxis in der Senserstraße wollen, sowie die Bürger, die zum nahe gelegenen Bahnhof Esting wollen, aber auch Schüler.

Auch das kleine Einkaufszentrum mit Apotheke, Bäckerei, Sparkasse und weiteren Läden sorgt für viel Kundenverkehr, sprich Menschen, die die Dachauer Straße überqueren wollen. „Und man kann doch von keinem Rollstuhlfahrer verlangen, dass er bis zum Zebrastreifen an der Weinstraße fährt, um sicher über die Straße zu kommen“, sagt Seitz, der innerhalb weniger Tage fast 250 Unterschriften für den Zebrastreifen gesammelt hat. Zudem steht der Behindertenbeirat hinter der Forderung. „Wir halten es für wichtig, dass dort ein Zebrastreifen hinkommt“, sagt Vorsitzender Michael Kircher.

Rathaus sieht Anliegen kritisch

Die Stadtverwaltung steht dem Anliegen allerdings kritisch gegenüber. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) weist in einem Schreiben an Kircher darauf hin, dass die Stadt vor zwei Jahren habe prüfen lassen, ob es möglich sei, im näheren Bereich nördlich der Bahnlinie einen Fußgängerweg zu errichten. Ergebnis: Dies sei aufgrund der schwierigen Eigentums- und Zufahrtssituationen erst an einer Stelle möglich, die zu nahe an der Weinstraße liegt. Seitz wiederum pocht darauf, dass es einen geeigneten Ort für einen Zebrastreifen gibt – und zwar genau vor dem Grundstück, dessen Miteigentümer er ist.

Die Stadt hat dort mittlerweile eine Besichtigung sowie eine Verkehrszählung durchgeführt. Wie Hans Bieniek (CSU), Verkehrsreferent im Stadtrat und seit Wochen mit dem Fall betraut, betont, sei die notwendige Mindestzahl von Fußgängerüberquerungen nicht erreicht worden.

In Spitzenzeiten wie beispielsweise am Morgen im Berufsverkehr seien rund 50 Fußgänger-Querungen in der Stunde notwendig, damit sich der Bau eines Zebrastreifens rechtfertigen lasse. Sollte es sich um einen Schulweg handeln, könnten es auch ein paar weniger sein. Das wäre an der besagten Stelle der Fall. „Da könnte man also schon ein Auge zudrücken.“

Grundsätzlich hält der Verkehrsreferent eine Querungshilfe in dem Bereich für wünschenswert, wenn sie sich baulich verwirklichen lässt und die Zahlen sie rechtfertigen. „Aber“, gibt Bieniek zu Bedenken, „dort einen Zebrastreifen zu errichten, ist eben auch ein Riesenaufwand.“ An der sowieso schon schmalen Stelle der Dachauer Straße müsste – zumindest auf einer Seite – der Gehsteig verbreitert werden, damit die Fußgänger, die an der Querungshilfe warten, besser von den Autos gesehen werden. Um für optimale Sichtverhältnisse zu sorgen, müssten zudem auf der östlichen Seite zahlreiche Parkplätze wegfallen.

Stadt will erneut zählen

Zudem liege die Stelle zu nahe an der Einmündung der Senser- in die Dachauer Straße. „Da kann es beispielsweise passieren, dass ein Auto, das nach links in die Senserstraße einbiegen will, aber noch nicht fahren darf, mitten auf dem Zebrastreifen steht“, erklärt Bieniek.

Weil die Verkehrszählung bei schlechtem Wetter stattgefunden hat, hat sich die Stadtverwaltung laut Sprecherin Julia Henderichs bereit erklärt, Fußgänger und Autos noch einmal zählen zu lassen. Ungeachtet des Ergebnisses gebe es aber auch andere Möglichkeiten, Fußgängern die Überquerung der Straße an dieser Stelle zu erleichtern – zum Beispiel, indem der Gehsteig so umgestaltet wird, dass die Fußgänger die Dachauer Straße besser einsehen können. Über derartige Umbauten müsste dann der Stadtrat entscheiden.

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