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Bei der Begehung fand man keinen Grund zur Beanstandung.

Nach riesigem Tauziehen in der Stadt Bruck

Der Zirkus darf bleiben - das Kamel muss weg

Fürstenfeldbruck - Darf der Zirkus Alberti Vorstellungen in Bruck geben oder wird ihm die von der Stadt bereits erteilte Genehmigung wieder entzogen? Diese Frage beschäftigte die Stadt den ganzen Dienstag. Am Abend die Entscheidung: Der Zirkus darf bleiben, ein Kamel muss weg.

Manege frei - oder Manege wieder abbauen? In der Brucker Stadtverwaltung rauchten die Köpfe. Erst im Laufe dieses Nachmittags will die Stadt eine Entscheidung fällen. Sie könnte große Tragweite haben. Denn der Zirkus hat seine Anlagen am Volksfestplatz schon aufgebaut, könnte mithin Schadenersatz fordern, sollte er zur Abreise gezwungen werden. Die Entscheidung kam gegen 17 Uhr: Der Zirkus bleibt. Das umstrittene Kamel muss gehen.

Das kastrierte Kamel

Im Zentrum des Problems: Die Stadt Fürstenfeldbruck hat 2013 ein Wildtierverbot erlassen. Kein Zirkus mit beispielsweise Bären, Elefanten, Wölfen oder Affen darf in Bruck auftreten. Der Zirkus Alberti aber hat einen Bären ("Ben") und auch Affen. Allerdings hat der Zirkus im Vorfeld gegenüber der Stadt versichert, diese Wildtiere nicht mit nach Bruck zu bringen - so erhielt er die Genehmigung, auf dem Volksfestplatz zu gastieren.

Stadträte und die Tierschutzvereinigung Peta, die Bruck wegen des Wildtierverbots als vorbildhaft führt, fühlen sich nun hintergangen. Der Verein Wildtierschutz hat eine Online-Petition ins Leben gerufen. Hierin wird die Stadt aufgefordert, die Genehmigung zurück zu ziehen. Peta erhebt generell deutliche Vorwürfe gegen den betreffenden Zirkus.

 Ben der Bär ist in Treuchtlingen

Bei einer (für die Betreffenden freilich nicht besonders überraschenden) Begehung am Dienstagvormittag fand das Veterinäramt allerdings keinen Grund, um gegen den Zirkus vorzugehen. Die Tiere würden gut gehalten und seien sehr gepflegt, schilderte eine Sprecherin des Landratsamts.

Als möglicher Knackpunkt kristallisierte sich aber immer ein Kamel heraus: Denn das Innenministerium empfiehlt aus Sicherheitsgründen, keine männlichen Großkamele zuzulassen. Genau ein solches hat der Zirkus Alberti aber auch in Bruck dabei. Allerdings ist das Großkamel kastriert und gilt nicht als aggressiv - im Gegenteil: Es fühle sich in der Nähe der Kamelstuten sogar sehr wohl, sagte eine Sprecherin des Veterinäramts, die die Kamele als handsam erlebt hatte. Dass das Kamel - seine Anwesenheit verstößt offenbar wirklich gegen formale Auflagen - weg muss, soll dem Zirkus am Mittwoch mitgeteilt werden. Erste Vorstellung ist am Donnerstag.

Ben der Bär ist in Treuchtlingen. Das bestätigte eine Sprecherin des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen auf Tagblatt-Anfrage. Die Affen sind in Dillingen untergebracht. Das hat das Brucker Landratsamt recherchiert.  

(st)

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