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Edeka übernimmt Tengelmann. Das hat unter Umständen auch für Eichenau Konsequenzen.

Supermärkte in Eichenau

Tengelmann-Zukunft: Kartellamt entscheidet

Eichenau - Wie viele Supermärkte eines Konzerns verträgt ein Ort wie Eichenau? Darüber entscheidet am 6. März das Kartellamt – und davon hängt auch die Zukunft des Tengelmannes ab.

In Eichenau pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Der Tengelmann-Supermarkt in der Hauptstraße macht zu – angeblich. Denn entschieden ist noch nichts. „Erst einmal wird keine Filiale geschlossen“, sagt Justine Zagalak, Sprecherin der Unternehmensgruppe Tengelmann. Es werde aber auf jeden Fall Veränderungen geben. In welchem Umfang dies geschehen werde, hänge von der Entscheidung des Bundeskartellamtes ab. Diese soll laut Zagalak am 6. März fallen. Das Problem: Zum 30 Juni übernimmt der Edeka-Verbund bundesweit alle Kaiser’s Tengelmann-Filialen. In Eichenau gibt es dann mit dem Netto (der bereits jetzt zur Edeka-Gruppe gehört) zwei Supermärkte, die der Marktriese betreibt. Mit dem geplanten Geschäft auf dem Areal der Tankstelle sind es dann sogar drei. Und das ist möglicherweise zu viel für einen Ort in der Größe Eichenaus.

Kartellamt kritisiert zu hohe Konzentration

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte das Bundeskartellamt kritisiert, dass es im Lebensmittelhandel nur einige wenige Unternehmensgruppen gibt, die den Markt beherrschen. Durch die Übernahme des einstigen Konkurrenten Tengelmann würde Edeka noch mehr Marktanteile auf sich vereinen. Ob das noch zulässig ist, darüber entscheidet das Kartellamt im März. Möglicherweise spricht daa Amt Auflagen aus, um einer zu hohen Konzentration an einem Ort entgegenzuwirken. So könnte es sein, dass der Edeka-Verbund Tengelmann-Filialen an Konkurrenten abgeben muss. Wie vieel Edeka-Filialen innerhalb welcher Fläche stehen dürfen, entscheiden die Prüfer. Je enger der Radius gezogen wird, desto weniger Märkte könnte Edeka übernehmen. Für Eichenau würde das dann eventuell das Ende des Tengelmannes bedeuten.

20 Mitarbeiter wären in Eichenau betroffen

Gregor Weiss, Leiter des Eichenauer Tengelmannes, sieht der Entscheidung des Kartellamtes mit Spannung entgegen. Dass die Gerüchteküche brodelt, bekommt er täglich zu spüren. „Die Kunden fragen häufig nach, wann wir schließen.“ 20 Mitarbeiter wären laut Weiss in der Starzelbachgemeinde betroffen. „Eine Schließung des Tengelmannes reißt eine große Lücke in die Ortsmitte“, sagt Markus Wendling, Vorsitzender des Eichenauer Gewerbeverbandes. Ein Biomarkt sei eine gute Alternative, die bereits vor ein paar Jahren im Gespräch war. Die Pläne scheiterten, weil damals keine ausreichend großen Flächen zur Verfügung standen. In den Räumen des jetzigen Tengelmanns wäre das laut Wendling jedoch möglich. Im Rathaus wartet man ebenfalls auf die Entscheidung des Bundeskartellamtes. „Von einer Schließung ist uns nichts bekannt“, sagte Bauamtsleiter Andreas Troltsch auf Nachfrage. Allerdings räumte er ein, dass Gemeinde und Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden könnten. Troltsch: „Es wäre schön, wenn uns die Unternehmen informieren, aber sie sind nicht dazu verpflichtet.“ Die mögliche Schließung der Tengelmann-Filiale hatte auf der Sonderbürgerversammlung zum geplanten Edeka-Bau am Dienstag für viel Gesprächsstoff gesorgt. Die Eichenauer beklagten, dass dann direkt in der Ortsmitte kein Vollsortimenter mehr vorhanden sei. Der Netto- und der Aldimarkt würden für die Bürger, die im Norden der Gemeinde wohnen, zu weit weg liegen.  (hk)

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