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Zu teuer: Türke besorgt sich keinen Pass

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Fürstenfeldbruck – Weil er versäumt hatte, sich einen neuen Pass zu besorgen, landete ein Brucker vor dem Amtsgericht.

Die Sache ist kompliziert. Der 34-Jährige mit türkischen Wurzeln ist in Berlin geboren, hat aber keinen deutschen Ausweis. Somit unterliegt er dem Aufenthaltsgesetz. Warum er sich keinen neuen Pass ausstellen ließ? Das sei teuer und langwierig. „Da geht man ungern hin.“ Vor dem Konsulat gäbe es lange Schlangen. Sei man zum zuständigen Mitarbeiter vorgedrungen, stehe noch lange nicht fest, dass man bekomme, was man beantrage.

Zudem koste ein Pass rund 200 Euro. Und der ledige 34-Jährige, der vier Kinder von drei Müttern unterhalten muss, ist chronisch klamm. Der Richter war bereit, das Verfahren einzustellen, zumal dem Brucker wegen Drogenhandels bald ein viel dramatischerer Prozess ins Haus steht. Als der Angeklagte aber zugeben musste, dass er sich noch immer keinen Pass besorgt hatte, hatte sein Verteidiger Mühe, den Richter dazu zu bringen, seine Meinung nicht noch einmal zu ändern. Vor dem Drogenprozess muss der 34-Jährige sich jetzt in die Schlange stellen.  

sus

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