Kosten haben sich fast verdoppelt

Teurer Spielplatz wird zum Politikum

Schöngeising - Die Umgestaltung des Spielplatzes an der Von-Hundt-Straße in Schöngeising ist erheblich teurer geworden als geplant. Das sorgte im Gemeinderat für Unmut.

Auf dem Gelände wurden unter anderem ein Spielhäuschen mit Rutsche, eine Seilbahn, Wipptiere und neue Schaukeln aufgebaut. Eine Tischtennisplatte für die größeren Kinder, Sitzgelegenheiten für die Eltern, Rollrasen und ein neuer Plattenbelag schlugen ebenfalls zu Buche.

Kosten sollte das Ganze ursprünglich 30 000 Euro, doch angefallen ist gut doppelt so viel. Der Gemeinderat hatte die zusätzlichen Gelder bereits im November genehmigen sollen, verlangte jedoch zunächst eine genauere Aufstellung der Kosten.

Wie sich herausstellte, waren in der ursprünglichen Schätzung weder das Architektenhonorar noch das Spielhaus enthalten gewesen. Außerdem waren einige Arbeiten – anders als geplant – nicht vom gemeindlichen Bauhof, sondern von einer Fremdfirma ausgeführt worden, etwa das Abtragen eines Hügels und das Aufstellen des neuen Zauns. Für die Erdarbeiten fehlte dem Bauhof ein Bagger. Außerdem stand zeitweise nur ein Mitarbeiter zur Verfügung, weil der andere sich auf einer Schulung befand, wie Bürgermeister Thomas Totzauer (FW) erklärte. Insofern sei das geplante „gewaltige Stück Eigenleistung“ nicht zu stemmen gewesen.

„Dass die Kostenschätzung aus der Entwurfsplanung nicht eingehalten wurde, erschreckt mich“, sagte Gabriele Kuhnke (CSU). „Wie soll das erst bei großen Objekten werden?“ Auch Thomas Betz (FW) wurde „himmelangst“ bei dem Gedanken, dass bei einem Millionen-Projekt wie dem geplanten Kinderhaus-Umbau Ähnliches passieren könnte.

Keine Kontrolle

Markus Pröll (SPD) monierte, dass offenbar keine laufende Kostenkontrolle stattgefunden habe. Thomas Braumiller (CSU) sah die mangelnde Information des Gemeinderats als „großes Manko“. Betz forderte, dem Gremium künftig alle Rechnungen und Schriftstücke über das Ratsinformationssystem im Internet zeitnah zur Kenntnis zu geben. So würden Abweichungen am ehesten jemandem auffallen. Denn viele Ratsmitglieder ärgerte, dass das Gremium im Verlauf der Arbeiten nicht darauf hingewiesen worden war, dass die Kosten aus dem Ruder liefen.

Totzauer fand allerdings, dass „nicht jeder Gemeinderat der Oberkontrolleur sein kann“. Vielmehr solle die Verwaltung künftig geschätzte und tatsächliche Kosten ständig abgleichen und zeitnah berichten, „damit man eingreifen kann“. Während des Spielplatz-Umbaus hätten regelmäßige Ortstermine mit dem Architekten und den beteiligten Firmen stattgefunden, von abweichenden Kosten sei jedoch nie die Rede gewesen.

Gerhard Gauck (SPD) wollte die zusätzlichen Ausgaben zunächst nicht genehmigen. „Die Verwaltung soll schauen, was da nicht funktioniert hat.“ Bezahlt worden ist das Geld allerdings schon, wie eine Aufstellung in den Sitzungsunterlagen zeigte. In der nächsten Sitzung will sich der Gemeinderat vom Architekten erklären lassen, wie die höheren Kosten zustande gekommen sind.

Ulrike Osman

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