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Ist gespannt zu sehen, wo ihr Haus an Wärme verliert: Susanne Gundel hat für das Tagblatt bei der Thermografie-Aktion der Stadtwerke mitgemach.

Thermografie-Aktion der Stadtwerke

Wo er rot sieht, wird es teuer

Fürstenfeldbruck – Blaue Wände, gelbe Fenster, rote Türspalte: Aufnahmen mit einer Thermalkamera offenbaren, wo ein Haus an Wärme verliert. Wer sich die Bilder ansieht, lernt aber häufig nicht nur Schwachstellen kennen.

„Der luftige Schal ist besser gedämmt als die Jacke.“ Jörg Pohlhaus richtet die Wärmebildkamera auf Michaela Siebenmorgen von den Stadtwerken und schaut lachend auf das Display. Wenn er den Kontrast einstellt, kann er erkennen, wie zum Beispiel Siebenmorgens Brillengestell dunkelblau und kalt wirkt, die Haut aber hellrot erscheint.

Auf das Haus halten und genau hinsehen: Jörg Polhaus von den Stadtwerken überprüft das Gebäude in der Buchenau

Susanne Gundel (47) beobachtet genau, wie sich die Farben auf dem Bildschirm verändern. Sie testet die bald beginnende Thermografie-Aktion der Stadtwerke vorab für das Tagblatt. Dass kleine Unterschiede schon so sehr hervorstechen, findet sie erstaunlich – dabei hat sie noch gar nicht gesehen, wie ihr Einfamilienhaus in der Buchenau als Thermalfoto aussieht. Sie möchte wissen, welche Stellen die Wärme gut halten und wo viel Energie entweicht. Gespannt geht sie mit Pohlhaus durch den Garten und lässt sich problematische Stellen zeigen: Wärmebrücken, Fensterschlitze, Balkonträger.

Dass es etwas zu verbessern gäbe, ist Susanne Gundel schon länger klar. Das Einfamilienhaus wurde 1959 errichtet, das Erdgeschoss auf der Westseite in den Hang hineingebaut – so, dass auf dieser Seite nur das obere Stockwerk zu sehen ist. Mit der teilweise schattigen Lage ist es hier häufig kalt und feucht. 2011 wurde ein Teil renoviert, doch die Bruckerin merkt immer noch Unterschiede beim Raumklima: Durch manche Wände scheint die Kälte förmlich hindurchzudringen. Mithilfe der Wärmebilder will sie herausfinden, ob und wo hier tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Kaum kommt das Haus vor die Linse, leuchtet es hellrot über den Balkontüren in der ersten Etage. Susanne Gundel ist erstaunt, dass die kleine Stelle aus zehn Metern Entfernung so deutlich erfasst wird. „Die Fenster wurden 2004 ausgetauscht, daher hätte ich gedacht, dass damit alles in Ordnung ist“, erklärt sie. Doch scheinbar schließt eine Türhälfte nicht richtig, an einem Spalt tritt Wärme aus.

Blau, grün, gelb, rot: Die Farben auf der Thermalkamera zeigen an, wie warm die Hausfassade ist. Deutlich auf dem Bild zu sehen: das Fenster gibt rundherum viel Wärme ab. Es isoliert nicht mehr richtig, obwohl es erst zehn Jahre alt ist.

Pohlhaus wirft einen kritischen Blick auf die Ostwand. Dass ein Teil der Mauer deutlich wärmer angezeigt wird als der andere, wundert ihn. Susanne Gundel klärt auf: 2011 wurde ein Teil der Außenwände neu gedämmt, weshalb die Isolierung jetzt auf dem Display in einem dunkleren Blau, also kälter erscheint. Hier gelangt wenig Wärme ins Freie. Wo die Wände nicht neu gedämmt wurden, ist genau auszumachen, denn hier ist die Wand lindgrün, also wärmer. Dass Pohlhaus diese Besonderheit erkannt hat, findet die Mieterin erstaunlich. „Ich hatte es extra vorher nicht erwähnt“, sagt sie.

Der Fachmann winkt ab: „Jedes zweite Haus hat Schwachstellen. Ich habe schon Wände gesehen, bei denen man jede Mauerfuge erkennen konnte.“ Auch Susanne Gundels Haus hat Schwachstellen, aber einige davon sind leicht behebbar, wie Pohlhaus erklärt. Was die Balkontüren angeht, sollten die Dichtungen getestet und die Scharniere nachgestellt werden, sodass sie wieder richtig schließen. Was Susanne Gundel sonst noch tun kann, um weniger Wärme zu verlieren, kann Pohlhaus alleine aber nicht beurteilen, dazu ist eine Energieberatung nötig.

Susanne Gundel will sich jetzt erst einmal um ihre Balkontüren kümmern. Der Schreiner soll sich die Fenster noch einmal ansehen. „Ich bin froh, dass ich auch etwas über diese Kleinigkeiten gelernt habe, die einen großen Effekt haben können“, sagt die 47-Jährige. „So etwas darf man nicht vernachlässigen.“

Maria-Mercedes Hering

Zur Thermografie-Aktion

der Stadtwerke können sich Interessierte bis 29. Februar unter der Nummer (0 81 41) 4 01 55 55 anmelden. Für Kunden der Stadtwerke kostet der Besuch eines Thermografen 95, für andere 120 Euro. Die Termine sind jeweils ab 21 Uhr. Die Stadtwerke bieten auch eine Energieberatung an.

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