Er konnte sich nicht mehr bewegen: Der verletzte Biber mit seinen Rettern.

Tierretter aus München halfen

Tierdrama: Biber mit klaffender Wunde entdeckt

Olching – Eine Spaziergängerin hat einen schwer verletzten Biber an der Amper bei Olching gefunden. Er hatte eine klaffende Wunde auf dem Rücken. Zur Hilfe kamen nur die Tierretter aus München.

Am Montag gegen 13.45 Uhr erreichte Tierärztin Dr. Silvia Haghayegh ein Anruf der Polizei Olching. Eine Dame hatte sich auf der Wache gemeldet und von einem verletzten Biber gesprochen. Sie war mit ihrem Hund beim Gassigehen an der Amper unterwegs, als ihr Vierbeiner den Biber aufstöberte, der unüblicherweise keine Anstalten unternahm zu fliehen. Als die Hundebesitzerin näherkam, bemerkte sie, dass sich der Biber nicht mehr bewegen konnte und alarmierte die Polizei.

Die Polizei hatte sich laut Tierrettung zuvor an den zuständigen Jagdpächter gewandt, der aber offenbar nicht wegen eines Bibers kommen wollte oder konnte. Auch die Kliniken und Tierarztpraxen vor Ort sahen sich offenbar nicht in der Lage zu helfen.

Der Biber hatte auf dem Rücken eine blutverschmierte Wunde

Die Dr. Silvia Hagyayegh machte sich sofort zusammen mit ihrer Kollegin, der Veterinärin Dr. Ina Hipp, auf den Weg. Als sie in Olching eintrafen, fanden sie den Biber schwer verletzt vor. Es handelte sich um ein Jungtier, noch nicht ganz ausgewachsen, das auf dem Rücken eine blutverschmierte, leicht verklebte Wunde hatte. Zuerst lag der Verdacht nahe, dass es sich um eine Bissverletzung handeln könnte, zum Beispiel verursacht durch Revierkämpfe. Um die Verletzung genauer beurteilen zu können, wurde vor Ort eine Wundbehandlung durchgeführt und der Wundbereich rasiert.

Die Wunde klaffte am Rücken des Bibers. Da sie sehr tief war, könnte sich ein Ast in den Körper des Tieres gebohrt haben. Das ist aber nur eine Vermutung der Tierärzte.

Es stellte sich heraus, dass die Wunde sehr viel tiefer war und möglicherweise durch einen Ast entstanden sein könnte. Beim Abtasten der Umgebung des Wundbereiches und des Tieres stellten die Tierärzte eine Instabilität im Becken- und Hüftbereich fest. Hier liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Knochenbruch im Hüft- und Beckenbereich handelt. Die beiden Veterinärinnen versorgten den schwer verletzten Biber vor Ort mit einem Antibiotikum und einem Schmerzmittel und brachten es dann Tierheim München zur weiteren medizinischen Untersuchung und Versorgung.

Sehr tragischer Fall, der die Befürworter einer Wildtierauffangstation bestätigt

Die Gründerin und Vizepräsidentin, Stadträtin und Rechtsanwältin, Dr. Evelyne Menges sieht hier dringenden Aufklärungsbedarf und unterstreicht ihre Forderung, die bereits von ihr beantragten und vom Münchner Stadtrat positiv aufgenommenen Initiative zur Einrichtung einer Wildtierauffangstation baldmöglichst umzusetzen: „Dieser Fall ist sehr tragisch und zeigt, in welch rechtsfreiem Raum sich Wildtiere befinden. Dem Jagdpächter ist hier rechtlich kein Vorwurf zu machen: Juristisch ist er nicht für den Biber zuständig. Wildtiere gehören niemanden, auch nicht dem Staat.

Ein Jäger eignet sie sich nur durch den Abschuss an – der Biber gehört allerdings nicht zum jagdbaren Wild. Er ist streng geschützt – doch genau genommen ist niemand für ihn zuständig. Schon allein aus diesem Grund ist die Einrichtung einer Wildtierauffangstation dringend nötig und baldmöglichst umzusetzen. Wir brauchen eine Stelle, die diese verletzten und in Not geratenen Tiere artgerecht unterbringt, versorgt und nach ihrer Genesung wieder in die freie Wildbahn entlässt – auch weil das den Tierheimen aus Kapazitätsgründen nicht mehr zuzumuten ist.“

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