Daglfing nach Maisach?

Trabrennbahn: Einigung denkbar

München/Maisach - Zwischen den Trabern und der Karl-Gruppe zeichnet sich in der Causa Rennbahn/Maisach möglicherweise eine außergerichtliche Lösung ab.

Beide Seiten wollen in den nächsten Wochen über einen Vergleich verhandeln. Nach einer internen Versammlung des Münchner Trabrenn- und Zuchtvereins (MTZV) bestätigte ein Sprecher der Karl-Gruppe auf Tagblatt-Anfrage, dass nun wieder geredet werden soll. Gerüchten, wonach erste Eckpunkte des möglichen Vergleichs den Umzug der Traber nach Maisach völlig unmöglich machen würden, trat der Sprecher aber mit aller Entschiedenheit entgegen. Die Tür nach Maisach werde auch bei einem Vergleich weiterhin offen stehen, sagte der Sprecher.

 Er betont, dass die Karl-Gruppe die Bauplanung für das Maisacher Areal samt Stadion, Stallungen und Nebengebäuden auf jeden Fall durchziehen möchte. „Wir gehen von dieser Planung keinen Millimeter weg.“ Nach jahrelangen Bemühungen stehe sie jetzt schließlich kurz vor dem Abschluss, was die Gemeinde Maisach bestätigt. Sie glaubt, das Verfahren im ersten Halbjahr 2016 abschließen zu können.

Zu den erneuten Gesprächen kommt es nun, nachdem die Traber mehrere Prozesse gegen die Karl-Gruppe verloren hatten. Der Münchner Verein versuchte, gegen einen Vertrag vorzugehen, den er vor Jahren mit dem Unternehmen aus Innernzell geschlossen hatten. Darin verpflichtete sich die Karl-Gruppe, den finanziell klammen Trabern ein neues Stadion zu bauen. Im Gegenzug soll das Unternehmen in den Besitz des Daglfinger Areals kommen. Für die neue Rennbahn kaufte Karl einen Teil des früheren Militärgeländes auf Maisacher Flur.

Dann kam es allerdings zu massiven Verzögerungen wegen der auf weiten Teilen des Gebiets geltenden Naturschutzauflagen. Erst die Abtrennung des Traber-Verfahrens von der BMW-Planung im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet brachte wieder etwas Schwung in die Entwicklung. Für Maisach ist der Rennbahn-Bebauungsplan auch deshalb wichtig, weil er die Süd-Umfahrung enthält, die Maisach in absehbarer Zeit nun wirklich bauen könnte. Freilich, auch wenn die Traber jetzt in der Versammlung für die Vergleichsgespräche votierten: Eine Friktion gibt es doch wieder. Denn kurz vor Ende des Treffens erklärte sich ein neuer, angeblicher Investor bereit, den Trabern beizuspringen und den Karl-Streit doch wieder vor Gericht austragen zu wollen. Wie die Traber damit umgehen, ist noch unklar. (st)

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