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Das Außenbecken der AmperOase wird wird momentan nur im Sommer genutzt.

Überdachung des Außenbeckens

Forderung nach Traglufthalle für die AmperOase

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Fürstenfeldbruck – Zugegeben, auf den ersten Blick scheint die Idee utopisch: Stefan Sponer von den Wasserratten kämpft für eine Überdachung des Außenbeckens in der AmperOase. Der Grund dafür hat aber nichts mit Spiel und Sport zu tun. Sondern er ist ziemlich ernst.

Man könnte es als verspäteten Aprilscherz abtun. Man könnte sagen: Unmöglich. Aber Stefan Sponer (50), Präsident der Wasserratten, könnte es nicht ernster meinen. Er ist überzeugt: Bruck braucht ein überdachtes Außenschwimmbecken in der AmperOase. Konkret denkt Sponer daran, eine Traglufthalle über das große Schwimmbecken zu stülpen.

„Ich will nicht, dass die ersten Kinder im Landkreis ertrinken und wir dann reagieren“, sagt der Präsident. Was er damit meint? Viel zu wenige Kinder lernen heutzutage schwimmen. Laut einer Forsa-Umfrage würde jedes zweite Kind im Alter von zehn Jahren im Wasser untergehen. Auch viele Erwachsene sind des Schwimmens nicht mächtig. „Das ist erschreckend“, sagt der Familienvater. Die Mitglieder seines Vereins würden mehr Schwimmkurse anbieten. Aber es geht nicht. Platzmangel.

Die AmperOase ist immernoch ein Familienbad. Nur zu gewissen Zeiten in der Woche werden bestimmte Bahnen abgetrennt und für Kurse oder Sportschwimmer reserviert. Wer seine Bahnen ziehen und üben will, habe es in Bruck auch schwer. „Das geht alles kreuz und quer.“

Sponer hat vor allem Angst um die Kinder. „Wir haben 13 Schulen in Bruck und kein Schulschwimmbecken“, sagt er und schüttelt den Kopf. Und der Unterricht, den der Verein anbietet, reicht einfach nicht aus. „Auch für Erwachsene bräuchten wir mehr Kurse“, so Sponer.

Weil er nicht länger warten will, hat er sich eine Lösung ausgedacht. Gemeinsam mit seinem Vize Michael Neuhierl setzt er sich für eine Traglufthalle ein. Momentan heißt es: Klinken putzen in den politischen Fraktionen. Doch die zeigen sich noch nicht so ganz überzeugt. Der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) etwa meint: „Ich kann das Anliegen durchaus verstehen, weil die Halle begrenzt ist. Aber die Umsetzung ist schwierig.“ Beispielsweise sei allein ein Problem, dass die Becken – wenn sie im Winter mit Wasser gefüllt sind – nicht frostsicher sind. Aber ganz abwiegeln will Raff die Idee auch nicht: „Wir müssten das durchrechnen und auch sehen, wie sehr das Defizit der Stadtwerke dadurch steigen würde.“

Die Stadtkassen sind mehr als klamm. Alleine das Fundament würde nach Sponers Schätzungen einmalig bei etwa 200.000 Euro liegen. Für die Halle an sich kalkuliert der Brucker maximal 300 000 Euro. Dazu kommen laufende Kosten. Außerdem müsste man nach seinen Vorstellungen das kleine runde Becken im Außenbereich abtrennen. „Wir könnten daraus ein Sportbad machen“, stellt sich Sponer vor. Darüber, zu wenige Trainer zu haben, macht er sich keine Sorgen: „Das klappt.“ Auch die Heizung bereitet ihm kein Kopfzerbrechen. „Wir könnten die Synergie-Effekte mit dem Eisstadion nutzen.“ Etwa das heiße Wasser, das entsteht, wenn das Eis gefroren wird. Und auch, wenn es ein steiniger Weg werden könnte: Von seinem Anliegen will sich Sponer nicht so schnell abbringen lassen. Er sagt: „Auch die Stadt hat eine Verantwortung dafür, dass unsere Kinder schwimmen lernen.“

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