Der Rezitator: Wolf Euba las bei der Barocknacht in Olching Shakespeares Sommernachtstraum. Foto: weber

Trauer um Wolf Euba

Gröbenzell - Völlig unerwartet ist der Schauspieler, Regisseur und Rezitator Wolf Euba im Alter von 78 Jahren gestorben.

Euba, der seit 1989 in Gröbenzell lebte, war auch aus der lokalen Kulturszene nicht wegzudenken. An seinem Wohnort war der Mann, der sich als Sprecher beim Bayerischen Rundfunk einen Namen machte, vor allem durch seine jährlichen Lesungen zur Erinnerung an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten bekannt.

Doch auch Eubas literarisch-musikalischen Programme sind unvergessen. Mit der Akkordeonistin Maria Reiter trat er regelmäßig auch in den Kulturzentren im Landkreis auf, begab sich auf heiter-literarische Reisen ins Kaffeehaus oder lieferte mit ihr zusammen wilde Tango-Hexenritte.

Auch bei Großprojekten wie der Olchinger Barocknacht wirkte der Schauspieler mit. So las er im Jahr 2011 aus Shakespeares Sommernachtstraum. Seine literarischen Programme betrachtete er als sein Privat-Theater. Er genoss die Wechselwirkung mit dem Publikum und war froh, dass ihm kein Regisseur dreinredete. Seine Programme waren Kult, und auch mit 78 Jahren war Euba umtriebig. Seine Fans in Olching und Gröbenzell hatten sich schon auf den März gefreut. Denn da wollte Wolf Euba zu literarisch-musikalischen Abenden ins KOM und ins Bürgerhaus kommen.

Doch der Gröbenzeller war nicht nur kulturell, sondern auch politisch in seiner Heimat aktiv. Als Mitglied in der Gröbenzeller SPD startete er im Sommer 2010 das am Ende erfolgreiche Bürgerbegehren gegen die Erhebung der Gemeinde zur Stadt. Im Frühling 2010 hatte er für seine Verdienste um seinen Heimatort die Bürgermedaille der Gemeinde Gröbenzell erhalten. mb

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