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Traditioneller Familien-Fasching: Annalu und ihre Mutter Wilma kommen jedes Jahr zum Treiben vor der Stadthalle.  

Faschingsendspurt in Germering 

Narren feiern vor der Stadthalle

Das Wetter spielte zwar nicht ganz mit, doch die Stimmung bei den Narren war trotzdem bestens. Mit einem bunten Faschingstreiben vor der Stadthalle haben sich die Germeringer von der so genannten fünften Jahreszeit verabschiedet.

Drachenmama Moni Saak und ihre Kinder Lotto und Ronja (Fliegenpilz) genießen die Faschingsstimmung. 

Germering – Trotz überschaubarer Besucherzahl ist in Germering am Dienstagnachmittag der Bär los, und zwar im wahrsten Sinne: Eine große Braunbärenfamilie hat sich unter das Feiervolk gemischt. Diese Kostümierung ist bei den niedrigen Temperaturen eine gute Wahl. „Gestern wär’s noch so schön gewesen“, sagte der Zweite Bürgermeister Wolfgang Andre im Sheriffkostüm. Aber hilft ja alles nichts: „Da müssen wir jetzt durch.“ Wenig später übergibt ihm das Germeringer Prinzenpaar, Andi IV. und Tina I., den symbolischen Rathausschlüssel. „Damit wieder Ordnung einkehrt und das Chaos ein Ende hat“, scherzt Andre.

Die Besucher trotzen dem schlechten Wetter. Annalu und Wilma aus Germering kommen jedes Jahr zum Faschingstreiben: „Das ist quasi ein Pflichttermin für uns“, sind sich Tochter und Mutter einig. „Heute ist zwar weniger los als sonst, aber die Stimmung ist trotzdem super“, sagt Annalu. So ähnlich sehen das auch Moni Saak und Matthias Seewald. Sie sind extra von Gilching nach Germering gefahren. Mit ihren Kindern Lotta (7), die als Hund verkleidet ist, und Ronja (9), ein Fliegenpilz, genießen sie die Stimmungsmusik, die aus den Boxen dröhnt.

Fischhändler Martin Kuhn isst widerwillig eine Semmel. 

Bei der Polonaise reihen sie sich gerne ein und machen begeistert mit. Die weniger Tanzfreudigen tummeln sich vor den Buden. Da gibt es heuer nicht nur Süßes und Deftiges, sondern auch Saures: Neben Krapfen und Leberkässemmeln werden auch jede Menge Fischsemmeln verkauft. Und „Fischhändler“ Martin Kuhn hat es dabei alles andere als leicht: „Ich mag eigentlich überhaupt keinen Fisch“, sagt er. Und Trotzdem: Was ein echter Fischverkäufer ist, der muss schon auch überzeugt von dem sein, was er da tut: Mit einem herzhaften Biss in die saure Semmel überwindet er seinen inneren Schweinehund.

Gewissermaßen übt er damit schon einmal für die Fastenzeit, die am heutigen Aschermittwoch beginnt. Und wenn man Martin Kuhn da so stehen sieht und der Fasching in Germering langsam zu Ende geht, fällt einem ein Zitat des britischen Schriftstellers Douglas Adams ein: „Macht’s gut und Danke für den Fisch.“

von Angi Kiener 

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