Zu klein: Einen Twizy könnte sich die Gemeinde zwar momentan leisten – doch der biete zu wenig Platz. foto: dpa

In Maisach

Trotz Prämie: E-Auto heuer noch zu teuer

Maisach – Die Bundesregierung hat eine Kaufprämie von 4000 Euro für ein reines E-Auto beschlossen. Die Gemeinde Maisach will ihre Flotte schon lange um ein solches Fahrzeug erweitern. Doch heuer ist trotz Nachlass nicht genug Geld da – das Ganze muss noch warten.

Der Fuhrpark, auf den die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung derzeit zurückgreifen können, umfasst einen Dacia Duster, einen VW Caddy und einen alten Toyota Corolla (Baujahr 2000). Die Amtsbotin zum Beispiel liefert die Vorlagen für Sitzungen an die Gemeinderatsmitglieder nach Hause. Zugleich ist sie Bürokraft im Bauhof. Ein Auto ist also meist unterwegs.

Aber auch Mitarbeiter von der Hochbauabteilung, der PC-Administrator und andere Angestellte brauchen dienstlich dann und wann ein Fahrzeug. „Zur Zeit sind unsere Leute nicht mobil“, sagte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) im Gemeinderat. Deshalb soll ein neues Auto her. Möglichst ein Elektro- oder Hybridauto (für Letzteres gibt’s immerhin noch 3000 Euro Kaufprämie). Schließlich hat sich auch Maisach Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben.

Doch als der Gemeinderat zum ersten Mal über ein neues Auto gesprochen hatte, war in Berlin noch diskutiert worden. Und auch bei der zweiten Vorlage des Themas war noch kein Gesetzespaket beschlossen. Deshalb hatte das Maisacher Gremium zuletzt beschlossen, erst 2017 ein E- oder Hybridauto zu kaufen – wegen der Prämie, die damals noch nicht absehbar war, aber auch aus Spargründen: Denn das anfangs ins Auge gefasste Hybridfahrzeug würde 27 000 Euro kosten. Und so viel ist derzeit nicht drin. Seidl sagte: „Bei aller ökologischen Sicht der Dinge: Auch Geld ist eine Ressource.“

Zwar hatte man auch bei BMW angefragt, schließlich beherbergt die Gemeinde die Driving Academy. Trotzdem gibt der Autobauer keine Prozente, nicht einmal ein Rückläufer sei billiger zu haben, sagte der Bürgermeister. Grund ist das Antikorruptionsgesetz. So wären für den i3 mindestens 34 000 Euro fällig geworden. Um mobil zu bleiben, wird heuer ein günstiger und sparsamer Benziner für rund 15 000 Euro gekauft, der Verbrauch soll aus Umweltschutzgründen unter fünf Litern liegen. Der Toyota muss noch etwa ein Jahr durchhalten, dann wird er durch ein E- oder Hybridauto ersetzt.

Also müssen 2017 erneut mindestens 20 000 Euro investiert werden, darunter sei ein gutes E-Auto nicht zu haben, betonten Energie-Referent Gottfried Obermair (FW) und Ric Unteutsch (SPD). Aber wenigstens kann man dann die Prämie einstreichen. Heuer wäre im Haushalt höchstens noch Geld für einen Renault Twizy gewesen: ein E-Auto zwar, aber in den Augen Seidls „leider nur ein größeres Gokart“. Da dürfe man nur eine kleine Aktentasche dabei haben, mehr nicht. (zag)

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