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Im Linsenmannhaus sind Brandschutz-Investitionen nötig.

Haushaltsberatungen

Türkenfeld investiert in öffentliche Treffpunkte

Mit großer Sorgfalt hat der Türkenfelder Gemeinderat den Haushaltsentwurf für 2017 unter die Lupe genommen. Investiert wird in öffentliche Treffpunkte: das Linsenmannhaus, die Schönbergaula und das Feuerwehrheim im Ortsteil Zankenhausen.

TürkenfeldBei der gut zweistündigen Vorberatung ging es um die gesamte Bandbreite kommunaler Themen – von Sanitäranlagen bis zu Sanierungsmaßnahmen. Ein geplanter Austausch der Dusch-armaturen im Schulschwimmbad für über 10 000 Euro veranlasste Martina Uhlemann (Freie Wähler) zu der Nachfrage, ob diese Ausgabe wirklich sein müsse, „wenn wir das Schwimmbad in ein paar Jahren eventuell zumachen“. Doch von einer Schließung will Bürgermeister Pius Keller (CSU) trotz anstehender Sanierung nichts wissen. Die entsprechende Planung solle in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden, so der Rathauschef. Die Baumaßnahme könne ab 2020 ins Auge gefasst werden. „Da will ich jetzt nicht zu sparen anfangen.“

Für den Brandschutz im Linsenmannhaus wurden 8000 Euro in den Haushalt des laufenden Jahres eingestellt. Gerhard Müller (Dorfgemeinschaft/DG) wünscht sich außerdem eine Aufrüstung der Beleuchtung sowie 70 Stühle, damit der Raum wieder für Veranstaltungen genutzt werden kann. Im Gespräch ist auch eine Vermietung für Veranstaltungen sowie Nutzung durch Vereine und Bürger.

80 000 Euro wurden für Brandschutzmaßnahmen in der Schönbergaula angesetzt. Wie viel von dem Geld gebraucht wird, hängt vom Landratsamt ab, das die geplanten Maßnahmen noch nicht abgesegnet hat – ein Umstand, der einige Gemeinderäte erzürnte. „Es kann doch nicht sein, dass sich so etwas über Jahre hinzieht“, schimpfte Robert Müller (DG).

Das Feuerwehrheim in Zankenhausen, für Vize-Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) das „inoffizielle Bürgerzentrum und gesellschaftliche Herz“ des Ortes, soll für 5700 Euro mit Akustikelementen ausgestattet werden. Valentin Schmitt (Dorfgemeinschaft) merkte an, dass sich auch mit Vorhängen oder anderen einfachen Maßnahmen Schall schlucken lasse. Bei größeren Veranstaltungen in dem Raum sei die Akustik jedoch „extrem unangenehm“, so Staffler. „Man muss diesem Problem begegnen.“ Keller versprach, eine „kleine Lösung“ zu suchen.

Staffler (CSU) regte außerdem an, sämtliche Mietverträge für Gemeindewohnungen unter die Lupe zu nehmen und auf ein „halbwegs zeitgerechtes“ Niveau anzuheben. Er wolle keinen Mietwucher, so Staffler, „aber teilweise sind das Uralt-Verträge“. Keller versicherte, eine entsprechende Überprüfung sei bereits in Auftrag gegeben.

Eine ganze Reihe von Vereinen darf sich auch heuer über gemeindliche Zuschüsse freuen. Abgelehnt wurden lediglich die Anträge des Familienpflegewerks Olching und der Montessori-Schule in Inning (Landkreis Starnberg). Diese wird derzeit von sieben Türkenfelder Kindern besucht, was für die Mehrheit allerdings kein Grund für eine Bezuschussung war. „Wir brauchen unsere Schüler selber“, so Keller. „Unsere Schule lebt von ihnen.“

Ärgerlich für die Gemeinde ist, dass sie staatliche Fördergelder für Integrationsgruppen (I-Gruppen) im Kindergarten Sumsemann teilweise zurückzahlen muss. Denn statt elf Kindern mit erhöhtem Förderbedarf im Jahr 2015/16 sind aktuell nur noch fünf angemeldet – aber nicht, weil der Bedarf gesunken ist.

Kämmerin Renate Mang vermutete vielmehr, die Eltern hätten Angst vor einer Stigmatisierung – und davor, dass ihr Kind nicht in der Regelschule aufgenommen werde. An die Schule würden solche Daten jedoch nicht weitergegeben, und teurer seien I-Gruppen für Eltern auch nicht. Die Förderung der Kinder ist dort jedoch intensiver und der Betreuungsschlüssel besser. (os)

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