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In Türkenfeld

Anwohner: Straßenlampen nachts zu hell

Weil es ihm nachts zu hell ist, wünscht sich ein Türkenfelder Änderungen bei der Straßenbeleuchtung. Dreimal haben die Brucker Stadtwerke inzwischen nachgebessert, doch dem Bürger passt es noch immer nicht.

TürkenfeldDer Gemeinderat zog nun einen Schlussstrich. An der Beleuchtung der Kreuzstraße wird nichts mehr geändert. Der Anwohner muss damit leben.

Der Ärger begann mit der Umstellung der Straßenlampen auf LED-Leuchtmittel. Seitdem werde sein Grundstück nicht mehr richtig dunkel, beklagt der betroffene Türkenfelder. Insgesamt würden sieben Laternen von der Kreuz- und der Weißenhornstraße aus sein Haus beleuchten. Kein Fenster bleibe davon verschont.

„Der Anlieger fühlt sich stark geblendet“, berichtete Herbert Kothmayr, Netzmeister bei den Stadtwerken. Die Licht-Emission stelle für den Türkenfelder eine hohe seelische Belastung dar. Mit verschiedenen Maßnahmen war bereits versucht worden, dem Bürger entgegenzukommen. Zunächst wurde Milchglas in die Lampen eingebaut, dann Leuchtmittel mit wärmeren Licht. Schließlich brachten die Stadtwerke auf der Grundstücksseite der Lampen eine Blende an. Das alles hat nichts genützt.

Als letzte Maßnahme schlug Kothmayr vor, probeweise eine der Lampen komplett auszutauschen, und zwar gegen die neueste Generation an LED-Leuchten, wie sie bereits in der Schulstraße im Einsatz sind. Dieser Lampen-Typus leuchtet asymmetrisch – also stärker auf die Straße und weniger in Richtung Grundstücke. Der Tenor im Gemeinderat ging jedoch in eine andere Richtung. Der Bürger sei überempfindlich, so die Mehrheitsmeinung.

Rollos runterlassen? Das lehnt er ab

Bürgermeister Pius Keller (CSU) hatte die Situation mehrmals in Augenschein genommen, auch nachts. Ob das Licht wirklich störe, sei „Empfindungssache“, so der Rathauschef vorsichtig.

Die naheliegendste Maßnahme – einfach die Rollos herunterzulassen – kommt für den Bürger offenbar nicht in Frage. „Rollläden mag er nicht.“

Bisher liefen die Maßnahmen der Stadtwerke über den Wartungsvertrag der Gemeinde, verursachten also keine zusätzlichen Kosten. Auch den probeweisen Lampentausch könne man noch in diesem Rahmen durchführen, so Kothmayr. „Aber dann muss es mal gut sein.“ Jeder weitere Lampentausch würde rund 600 Euro kosten.

Deshalb sollen keine Begehrlichkeiten geweckt werden. Wenn man dem zustimme, seien ähnliche Wünsche anderer Bürger vorprogrammiert, befürchteten einige Räte. Helmut Hohenleitner (FW) appellierte an die Selbstverantwortung des Betroffenen. „Es kann doch nicht sein, dass jemand nicht in der Lage ist, einen Vorhang zuzumachen.“

Sabeeka Gangjee-Well (DG) wollte jedoch die Probleme des Anliegers nicht so einfach vom Tisch wischen und fragte nach möglichen Alternativen – zum Beispiel Lampen mit Bewegungsmeldern oder der Möglichkeit, das Licht zu dimmen. Am Ende stand jedoch ein 11:2-Beschluss gegen den Lampentausch. (os) 

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