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Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand.

Türkenfeld

Bahnhofstraße: Hoffnung auf EU-Gelder

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Der Ausbau der Bahnhofstraße im Zuge der Dorferneuerung könnte ins Stocken geraten. Der Grund: Kommendes Jahr bekommt Türkenfeld voraussichtlich keine Fördermittel vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Die Gemeinde will sich nun stattdessen für ein EU-Förderprogramm bewerben.

Türkenfeld – „Wir sind in diesem Jahr sehr gut bedacht worden“, sagt Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) mit Blick auf die Zuschüsse zum derzeit laufenden ersten Bauabschnitt (Einmündung Moorenweiser Straße bis kurz vor dem Dorfweiher). Daher trägt der Rathauschef es mit Fassung, dass die Gemeinde auf der Priorisierungsliste des ALE für 2022 nach hinten gerutscht ist. Die Förderzusagen hätten unter Finanzierungsvorbehalt gestanden, so Staffler. Er wolle dem Amt nicht den Schwarzen Peter zuschieben, zumal von dort der Vorschlag kam, sich alternativ um eine EU-Förderung zu bemühen. Den Antrag an den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) muss die Gemeinde bis Mitte Dezember stellen.

Aussicht auf Erfolg hat sie nur, wenn sie die gesamte restliche Bahnhofstraße samt Umbau des Bahnhofsvorplatzes als Gesamtmaßnahme einreicht. Denn ein wichtiges Kriterium, um im Rahmen des ELER-Programms bedacht zu werden, ist die Anbindung an eine Mobilitäts-Drehscheibe. Damit die Gemeinde den Umbau des Bahnhofsplatzes aufnehmen kann, braucht sie allerdings die Zustimmung der Deutschen Bahn und diverser Untergesellschaften – und zwar, bevor sie den ELER-Antrag einreicht. Man habe die Bahn also angeschrieben und gebeten, in einer „für sie untypischen Weise zu reagieren“, nämlich schnell, so Staffler. Ein erstes Gespräch mit Verantwortlichen ist bereits für nächste Woche geplant.

Sollte die Gemeinde ELER-Mittel bekommen, käme sie unterm Strich sogar besser weg: Die Förderung würde 80 Prozent der gesamten Netto-Bausumme betragen. Vom ALE würde nur der Abschnitt bis zur Schulstraße bezuschusst werden, den Rest müsste die Gemeinde tragen. Wenn sich die Hoffnung auf EU-Gelder allerdings nicht erfüllt, muss der weitere Ausbau der Bahnhofstraße mindestens bis 2023 warten – bis das ALE wieder flüssig ist.  os

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