Entsetzen über Vodafone

Bekommt Türkenfeld einen Funkmast auf dem Steingassenberg?

Zu früh gefreut: Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat den vom Türkenfelder Gemeinderat vorgeschlagenen Standort für einen neuen Funkmasten nach anfänglichem Wohlwollen nun doch abgelehnt. Stattdessen will das Unternehmen an eine Stelle, die der Gemeinde gar nicht passt.

Türkenfeld – Wie berichtet, hätte das Gremium die Antenne gern in der ausgedienten Kiesgrube abseits der Wolfsgasse gesehen. Doch von dort aus sei das Richtfunksignal nicht stabil genug, teilte das Mobilfunkunternehmen mit.

Vodafone ist offenbar mit einem privaten Grundstücksbesitzer im Gespräch, um den Mobilfunkmasten auf dem Steingassenberg in der Nähe des Hochbehälters aufzustellen. „Unmöglich“ findet Vize-Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) diesen Standort, der unmittelbar neben einer Schautafel des Alpenpanoramas liegt. Auch steht in der Nähe ein Feldkreuz, zu dem die alljährliche Pfingstprozession führe. Hier passe eine Mobilfunkantenne nicht hin, betonte Staffler. „Die Anlage ist ja nicht grün wie ein Baum. Wir sollten Protest einlegen.“

Robert Müller (Dorfgemeinschaft/DG) forderte, dass Vodafone die Antenne ans Glasfasernetz anschließen solle, statt mit Richtfunk zu arbeiten – dann könne sie auch in der Kiesgrube stehen. Richtfunk werde nur deshalb favorisiert, weil es die günstigste Lösung sei.

Ulrich Herb (Freie Wähler) erinnerte daran, dass die Gemeinde keine Handhabe gegen die Anlage hat, wenn diese auf einem Privatgrundstück errichtet wird. Valentin Schmitt (DG) rechnet aber mit Protesten aus der Bevölkerung, die Vodafone vielleicht zum Umdenken bewegen würden.

Bürgermeister Pius Keller (CSU) will nun noch einmal mit Vertretern des Unternehmens reden und zwei Alternativstandorte vorschlagen. Möglich wäre ein Mast an einer weniger exponierten Stelle des Steingassenbergs oder abseits der Moorenweiser Straße.

von Ulrike Osman

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand

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