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Neue Probleme aufgetaucht

Brandschutz-Trauerspiel im Linsenmannsaal

Der Brandschutz im Türkenfelder Linsenmannsaal ist seit Jahren Thema. Jetzt gibt es erneut Probleme: Die Personenzahl bei Veranstaltungen ist wieder begrenzt, Konzerte und Lesungen wurden abgesagt.

TürkenfeldIm Frühjahr schien alles geklärt, und der Raum wurde wieder für Veranstaltungen genutzt. Doch das war offenbar voreilig. Nun wird der Brandschutz erneut untersucht. Bis auf Weiteres dürfen sich nicht mehr als 50 Personen gleichzeitig im Saal aufhalten. Die Sonntags-Matineen, die erfolgreich angelaufen waren, sind vorläufig ausgesetzt.

Laut dem von der Gemeinde hinzugezogenen Brucker Planer Claus Reitberger besteht der Verdacht, dass die historische Decke des Saals nicht den Brandschutzerfordernissen entspricht. Diese besagen, dass sie einem Feuer mindestens 30 Minuten standhalten muss. Bei der letzten Sanierung des Gebäudes im Jahr 2001 wurde die Decke zwar instandgesetzt, dies aber offenbar nicht ausreichend dokumentiert.

Nun soll mit Hilfe eines Sachverständigen ein ordentlicher Brandschutznachweis erbracht werden. Ein entsprechendes Gutachten ist bereits angefertigt worden, es stehen aber noch weitere Untersuchungen aus. „Eine Begehung des Saals mit einem spezialisiertem Brandschutzplaner und einem Prüfsachverständigen für Brandschutz ist für Anfang Oktober geplant“, so Reitberger zum Tagblatt. „Dann wird endgültig klar sein, was noch für Maßnahmen durchgeführt werden müssen.“

Bis dahin besteht vom Landratsamt eine Duldung, die besagt, dass sich bis zu 50 Personen gleichzeitig im Saal aufhalten dürfen, allerdings nur unter bestimmten Auflagen. Dazu gehört, dass zuätzliche Rauchmelder installiert werden müssen. Reitberger empfahl im Gemeinderat außerdem die Ausgabe von nummerierten Tickets, um sicherzustellen, dass die erlaubte Personenzahl nicht überschritten wird.

Für Veranstaltungen wie die von Valentin Schmitt ins Leben gerufene Kultur-Reihe SoMaLi (Sonntags-Matineen im Linsenmannsaal) sind das zu wenige Zuschauer. Denn zu den 50 Personen müssten ja auch die Künstler und Helfer gezählt werden. Im Juli wurde bereits ein SoMaLi-Termin abgesagt. Für den Herbst geplante Konzerte und Lesungen können nun ebenfalls nicht stattfinden.

Kulturreferent Schmitt ist enttäuscht, denn die Matineen waren gut angenommen worden, die Vorbereitungen enorm: Die Gemeinde hatte außen am Linsenmannhaus eine zweite Fluchttreppe errichtet. Die in einem Nebenraum des Saals befindliche Kleiderkammer wurde vor den Veranstaltungen jedes Mal ausgeräumt – zum einen wegen der möglichen Brandlast, zum anderen, um freie Fluchtwege zu gewährleisten. Nach diesen Maßnahmen habe er von der Gemeinde die mündliche Zusage bekommen, dass wieder Veranstaltungen durchgeführt werden können – sie sei jedoch nach kurzer Zeit wieder zurückgenommen worden, so Schmitt. „Es wird sich hinziehen, bis wir wieder in den Saal dürfen“, befürchtet er. „Mich erinnert das Ganze allmählich an den Berliner Flughafen.“

Laut Claus Reitberger müssen die ausstehenden Maßnahmen jedoch zügig umgesetzt werden, da eine vorübergehende Duldung nicht längerfristig möglich sei. „Sobald die neuen baurechtlichen Nachweise vorliegen, können die Räume wieder entsprechend der ursprünglichen Genehmigung genutzt werden.“ (os)

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