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Türkenfeld/Zankenhausen

Debatte um Wärmebildkamera: Wie viele Geräte braucht die Feuerwehr?

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Braucht die Feuerwehr Zankenhausen eine Wärmebildkamera? An dieser Frage entzündete sich bei den Türkenfelder Haushaltsberatungen die Diskussion, wie üppig jede einzelne Dorffeuerwehr ausgestattet sein muss.

Türkenfeld – Vor einigen Jahren wurden für die Zankenhausener Wehr Atemschutzgeräte angeschafft – nicht zuletzt, „um sie für den Nachwuchs attraktiver zu machen“, erinnerte Vize-Bürgermeister Emanuel Staffler (CSU) im Gemeinderat.

„Da kommt das Thema Wärmebildkamera automatisch“, sagte Staffler. Mit dem Gerät können Feuerwehrleute unter anderem innerhalb der ersten Minuten am Einsatzort den Brandherd lokalisieren. Die Türkenfelder Wehr verfügt über zwei Wärmebildkameras, Zankenhausen bisher über keine.

Die Anschaffungskosten liegen laut Haushaltsansatz bei 6500 Euro. Sabeeka Gangjee-Well (Dorfgemeinschaft) ärgerte, dass bei der Entscheidung für den Atemschutz von notwendigen Folgeinvestitionen wie der Wärmebildkamera keine Rede gewesen war. Außerdem stellte sie die Grundsatzfrage: „Wenn jedes Dorf für sich die komplette Ausstattung hat – macht das Sinn?“

Fraktionskollege Robert Müller fand die Anschaffung ebenfalls übertrieben. Die Feuerwehr Türkenfeld und die Kollegen im Ortsteil Zankenhausen würden doch gemeinsam alarmiert und sollten in seinen Augen als Einheit ausrücken. Man könne nicht alles doppelt anschaffen, vor allem, da Türkenfeld und Zankenhausen räumlich so nah beieinander liegen. Zwei Feuerwehren in der Gemeinde seien ohnehin ein Luxus, ergänzte Gangjee-Well.

Siegfried Schneller (Freie Wähler) merkte an, dass die Türkenfelder Wehr besonders bei Alarmierungen untertags auf die Unterstützung der Atemschutzgeräteträger aus Zankenhausen angewiesen sei. Denn in Türkenfeld seien oft nicht genug Einsatzkräfte vor Ort.

Bürgermeister Pius Keller (CSU) erklärte, die gute Zusammenarbeit beider Wehren sei ihm wichtig. 6500 Euro für die Wärmebildkamera seien „mit Sicherheit nicht schlecht angelegt“.

Einstimmig angenommen wurde schließlich vom Türkenfelder Gemeinderat ein Kompromissvorschlag von Vize-Bürgermeister Emanuel Staffler. Der vorgesehene Haushaltsansatz in Höhe von 26 000 Euro wird auf einen Pauschalbetrag von 20 000 Euro reduziert. Was davon angeschafft wird, soll dann im Dialog mit der Feuerwehr entschieden werden.

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