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„Kopf in den Nacken, Zunge raus“ , kommandiert der Neuntklass-Lehrer Manfred Löhr. Fotos: 

Projekt in Türkenfeld

Eine ganze Schule ist Feuer und Flamme für den Zirkus

Statt in den Klassenzimmern zu sitzen, proben Schüler und Lehrer Akrobatik, Feuerkunst und Jonglieren: An der Grund- und Mittelschule findet eine Projektwoche mit dem Circus ZappZarap statt. Alle haben riesig Spaß.

Türkenfeld– Auf der Wiese vor der Sporthalle steht bereits das rot-blaue Zirkuszelt. Hoch über der Manege trainiert eine Gruppe Mädchen mit dem Zirkuspädagogen Tim Heumann eine Trapeznummer, während nebenan Manfred Löhr und einige Schüler mit brennenden Feuersticks hantieren. „Kopf in den Nacken, Zunge raus“, kommandiert der Neuntklass-Lehrer. So kann die Flamme scheinbar „geschluckt“ werden, ohne dass man sich wehtut.

Hoch hinaus am Trapez: Mädchen trainieren mit dem Zirkuspädagogen Tim Heumann.

Die Aufteilung der 270 Kinder in Klassen ist aufgehoben. In den Workshops proben Große und Kleine gemeinsam. Auch die Älteren, die zunächst bezweifelten, ob das Ganze „cool genug“ ist, waren schnell vom Zirkusfieber angesteckt, erzählt Schulleiter Markus Istenes. Alle profitieren von der Erfahrung, „Dinge zu tun, die man sich selbst nicht zugetraut hätte“. Das gilt auch für die Lehrer, die im Rahmen einer Zirkus-Fortbildung die Nummern zunächst selbst einstudieren mussten. Istenes stand zum ersten Mal im Leben auf den spitzen Nägeln eines Fakir-Bretts und stellte fest, „es tut nicht weh, wenn man das Gleichgewicht hält“.

In der Turnhalle stemmt derweil eine Gruppe Kinder mit den Füßen einen großen roten Ball in die Höhe und lässt ihn auf den Fußsohlen rotieren. Andere schieben für eine Akrobatiknummer vier rote Leitern zusammen.

Es sind ungeahnte Fähigkeiten zutage getreten bei den Proben. Istenes erzählt von einem Jungen, der in Rekordzeit das Jonglieren gelernt hat – „ein Naturtalent“. Gerade Kinder, die im Unterricht nicht zu den leistungsstärksten gehören, können hier Selbstvertrauen gewinnen. Und die Zusammenarbeit der ganzen Schulfamilie – auch viele Eltern helfen mit – stärke die Gemeinschaft. Integration und Inklusion passieren dabei ganz von selbst.

Selbst handwerkliche Fähigkeiten werden trainiert, denn die Schüler stellen Deko und Schilder selbst her. Andere sind als Zirkus-Reporter auf dem Gelände unterwegs und werden später Texte und Bilder für das Jahrbuch liefern. Das Geld für das Projekt erwirtschaftet die Schule großteils selbst – über Eintritt, Sponsoren, Essens- und Getränkeverkäufe sowie die Vermietung des Zelts, das an den Abenden von Vereinen genutzt wurde.  os

Licht aus, Spot an

Die Premiere am morgigen Freitag ist ausverkauft. Weitere Aufführungen finden am Samstag, 13. Oktober, um 10, 12.30 und 15 Uhr statt. Karten gibt es an der Tageskasse. Erwachsene zahlen sieben Euro, Vier- bis 17-Jährige fünf Euro, Kinder bis drei Jahre einen Euro. (os)

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