+
Macht es sich auf einem seiner Werke bequem: Adam Stubley. Zeit für die Kunst hat er immer dann, wenn er nicht als Messebauer in der ganzen Welt unterwegs ist. 

Porträt

Englischer Künstler strandet am Ammersee

Vor 30 Jahren hat es den englischen Künstler Adam Stubley in den Landkreis verschlagen. Hier hat er seine Frau kennengelernt und in Türkenfeld ein Zuhause gefunden. Seine Werke begeistern regelmäßig die Besucher des Münchner Tollwood-Festivals.

Türkenfeld – Der Brite fühlt sich in Bayern rundum wohl. Nur eines vermisst er ein bisschen: das englische Wetter. „Ich mag es, wenn es richtig pfeift“, sagt der 53-Jährige. In der nordenglischen Grafschaft Yorkshire, wo er aufgewachsen ist, fegt oft der Wind übers Moor und bringt Sonne, Wolken und Regen in schnellem Wechsel. Hierzulande arbeiten die Elemente langsamer.

Ein bisschen amüsiert es den Engländer, dass die Bayern das Wetter oft nur in „schön“ oder „greißlig“ unterteilen. Wenn es schön ist, so wie heute, hat man von der Dachterrasse über der Garage einen Panorama-Blick in den Garten. Dort stehen einige Modelle von Stubleys beeindruckenden Skulpturen: eine Kugel aus Stahlresten, ein buddhistisches Unendlichkeits-Symbol und ein aus Draht geformtes Objekt, das eine Kuh, ein Schwein, eine Ziege und ein Huhn darstellt. Es entstand anlässlich einer Aktion, die sich für artgerecht erzeugte Lebensmittel in allen Münchner Einrichtungen und Kantinen einsetzt.

Viele von Stubleys Kunstwerken haben einen Umwelt-Bezug. Jüngstes Beispiel ist ein riesiger Plastik-Delfin, vollgestopft mit selbst gesammeltem Müll von der Adriaküste. Das Ganze ist eine Auftragsarbeit für den Fernsehsender Sky, der Ende Juni eine Woche lang Sonderprogramme zum Schutz der Meere bringen will. „Der Delfin kommt ins Foyer der Münchner Sky-Zentrale“, erzählt Stubley. Das Werk soll die Mitarbeiter sensibilisieren.

Für die Tollwood-Besucher hat Stubley diesen Sommer einen bunt besprühten Kleinbus zur Smoothie-Bar umgebaut. Die Zusammenarbeit mit dem Festival funktioniert jetzt schon seit zehn Jahren hervorragend. „Ich habe ein super Verhältnis mit der künstlerischen Leitung. Wir tauschen Ideen aus und entwickeln sie gemeinsam weiter.“

Stubley ist keiner, der Projekte vor sich herschiebt. „Wenn eine Idee da ist, muss ich sie direkt ausführen.“ Zeit für die Kunst hat er immer dann, wenn er nicht als Messebauer in der ganzen Welt unterwegs ist. „Das ist ein schönes Leben. Man verdient in kurzer Zeit genug Geld, um sich dann wieder auf die Kunst zu konzentrieren.“ Als Sohn eines Malers und einer Kunstlehrerin war ihm die Leidenschaft für Gestaltung in die Wiege gelegt. Er arbeitete unter anderem als Schmied und Schlosser, Möbelrestaurator und Inhaber eines Antiquitätentgeschäfts in Kottgeisering.

Nach Deutschland hat es ihn zufällig verschlagen – auf dem Rückweg von einer Motorradreise durch Europa, die Türkei, den Irak, Pakistan, Nepal und Indien. Dort lernte er einen Inninger kennen, der ihn einlud, mal am Ammersee vorbeizuschauen. Tatsächlich machte Stubley hier Station und fand einen Job bei einem Landschaftsgärtner in Schondorf. Aus dem einen Sommer, den er bleiben wollte, ist inzwischen ein ganzes Leben geworden. Denn am Ende jenes Sommers lernte er seine Claudia kennen. Inzwischen sind sie 30 Jahre zusammen, Eltern von zwei erwachsenen Kindern – und seit vergangenem Jahr verheiratet.

von Ulrike Osman 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das Wiesn-Madl von 2016 im Ehe-Glück
Durch den Wettbewerb tz-Wiesn-Madl fanden sie zusammen - jetzt hat Giuliana, die Gewinnerin von 2016, ihren Tobias geheiratet. 
Das Wiesn-Madl von 2016 im Ehe-Glück
Baum stürzt auf fahrendes Auto
Das Unwetter am Freitagabend hat auch in der Region Fürstenfeldbruck zahlreiche Bäume zum Umstürzen gebracht. Bei Adelshofen fiel ein Stamm sogar auf ein fahrendes Auto.
Baum stürzt auf fahrendes Auto
CSU fordert abschließbare Fahrradboxen am Bahnhof
Nach Ansicht der CSU würden weit mehr Bürger der Gemeinde mit dem Fahrrad zur S-Bahn kommen, wenn es dort sicherer abgestellt werden könnte.
CSU fordert abschließbare Fahrradboxen am Bahnhof
Der Schweinehund-Bezwinger
Robert Schramm, 52, ist Extrem-Sportler. Unter anderem läuft er mit Anfang 50 die längsten Treppen der Welt nach oben. Wie er das macht? Reine Kopfsache. Über ein …
Der Schweinehund-Bezwinger

Kommentare