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Bauernobmann Georg Huber wurde beim Kreis-Bauerntag deutlich.

Aussprache in Türkenfeld

„Es war eine Hetze gegen die Bauern“: Landwirte sind sauer auf die Politik

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Die Landkreis-Bauern schieben Frust über die aktuelle Lage der Landwirtschaft. Das wurde beim Kreisbauerntag des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) in Türkenfeld deutlich.

Türkenfeld – Obmann Georg Huber rechnete gleich in mehreren Punkten mit den derzeitigen gesellschaftlichen Strömungen ab. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“, die anstehende Verschärfung der Düngeverordnung und Verbraucher, die nur noch billig kaufen. Unentwegt habe er versucht, die Bürger beim Volksbegehren von wissenschaftlichen Fakten zu überzeugen. „Aber es war ein aussichtsloser Kampf“, so Huber. „Ich bin sehr verärgert, weil es eine echte Hetze gegen die Bauern war – auch wenn jetzt keiner mehr was davon wissen will.“

Land nicht nutzbar - aber Grundsteuer muss bezahlt werden

Sauer ist der BBV-Kreisobmann auch auf die CSU, dass diese keinen Gegenentwurf zum Volksbegehren vorgelegt habe. So müsste man nun damit leben, dass ein fünf Meter Blühstreifen zu fließenden Gewässern eingehalten werden muss. „Für einige Betriebe geht es da um mehrere Hektar Land, die sie nicht mehr nutzen, sondern nur noch Grundsteuer dafür zahlen dürfen“, sagte Huber. Das sei eine kalte Enteignung. Besser hätte man die ohnehin schon präzise Technik fördern müssen. „Dann hätten wir das Gesetz gar nicht gebraucht.“

Saubere Betriebe werden bestraft

Deutliche Worte fand Huber auch für die anstehende Verschärfung der Düngeverordnung. „Damit werden 95 Prozent sauber arbeitende Betriebe für fünf Prozent Saubären bestraft.“ Die hätte man empfindlich zurückpfeifen müssen. „Aber nicht mit einer Verordnung über alle Betriebe.“

Überhaupt würden die immer mehr werdenden Auflagen für Tierwohl und Klimaschutz die Arbeit der Bauern erschweren. „Aber gleichzeitig lässt man durch Handelsabkommen Rindfleisch aus Ländern herein, die davon noch nie etwas gehört haben. Das ist einfach bloß blöd.“ Die Landwirtschaft heute sehe durch die ganzen Auflagen genau so aus, wie es politisch und gesellschaftlich gewollt wurde. „Und jetzt werden wir dafür geprügelt“, sagt Huber.

Hauptsache billig

Auch die Verbraucher kritisierte er, weil die es nicht interessiere, wo ihre Produkte herkommen. „Hauptsache es ist billig.“ So sei es dazu gekommen, dass der Weizenpreis trotz zweier schlechter Erntejahre zuletzt sogar gesunken sei. „Weil einfach billiger Weizen aus dem Ausland importiert wird“, sagte Georg Huber.

Huber begrüßte die jüngsten Proteste der Bauern in München – zumal diese nicht von irgendwelchen Verbänden initiiert worden seien. „Durch die Eigeninitiative der Landwirte sind diese Proteste viel glaubhafter.“

Ein deutliches Zeichen müsse her, dass Klimaschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und nicht nur auf dem Rücken der Bauern ausgetragen werden dürfe. Er warte auf das Signal, dass die Politik ihnen hilft.  ad

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