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Film erinnert an beliebten Türkenfelder Pfarrer

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Von: Ulrike Osman

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Pfarrer Georg Kapfer bei einem Gottesdienst. Obwohl der Geistliche Türkenfeld bereits 2006 verlassen hat, sind die Erinnerungen an ihn noch lebendig.
Pfarrer Georg Kapfer bei einem Gottesdienst. Obwohl der Geistliche Türkenfeld bereits 2006 verlassen hat, sind die Erinnerungen an ihn noch lebendig. © mm

16 Jahre lang betreute Pfarrer Georg Kapfer die Katholiken in Türkenfeld und Zankenhausen. 2006 ging er in den Ruhestand nach Neuburg an der Donau, 2015 verstarb er.

Türkenfeld - Obwohl also viel Zeit vergangen ist, seit der Geistliche in der Gemeinde gewirkt hat, sind seine Spuren noch sehr präsent und die Erinnerungen an ihn lebendig. Das zeigte die gut besuchte Premiere des Films „Gottes Kraft geht alle Wege mit“, den der Zoe-Unterstützerkreis in der Schönbergaula vorführte.

Kapfer stammte von einem Bauernhof in Amerdingen (Landkreis Donau-Ries). Reiche Verwandte aus Amerika ermöglichten ihm eine höhere Schulbildung und das Theologiestudium. Später adoptierten sie ihn und hinterließen ihm eine Immobilie.

Diese wurde der Grundstock der Pfarrer-Georg-Kapfer-Stiftung – der Geistliche wollte mit dem ererbten Vermögen dauerhaft Gutes tun. Die Stiftung unterstützt die Schule St. Zoe in Uganda sowie bedürftige Kinder und Jugendliche im Heimatlandkreis Kapfers und an seinem letzten Wohnort Neuburg.

Im Auftrag der Stiftung, die von Kapfers langjähriger Mesnerin Elisabeth Lindermayr geleitet wird, ist der professionell gestaltete 45-Minuten-Film über den Pfarrer entstanden. Freunde und Weggefährten erinnern sich darin an einen weltoffenen, leutseligen Menschen, kritischen Geist und Vordenker seiner Kirche. Kapfer ließ Mädchen auch dann ministrieren, wenn der Bischof zu Besuch kam. Und er war ein unermüdlicher Fürsprecher der Ökumene.

Zu den Türkenfeldern, die sich von Kapfer nachhaltig geprägt fühlen, gehört Bürgermeister Emanuel Staffler. Er erinnert sich vor der Kamera daran, wie er schon als Kind gespürt habe, dass da einer war, der anders auf die Menschen zuging und das Beste aus ihnen herauskitzelte. Kapfer fuhr mit ins Zeltlager der Ministranten, organisierte Disco-Abende für die Jugend und ein Spenden-Fußballspiel, bei dem er in der Pfarrer-Mannschaft selbst mit über den Platz stürmte.

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Zu Wort kommt im Film auch Kapfers guter Freund und Priesterkollege John Kyazze aus Uganda, der in seiner Heimat die St.-Zoe-Schule gegründet hat. Dass er seit 2018 zusätzlich mit dem Aufbau einer neuen Pfarrei beschäftigt ist, hat Georg Kapfer nicht mehr miterlebt. Dass der Türkenfelder Zoe-Unterstützerkreis das Projekt fördern möchte, wäre aber sicherlich in seinem Sinne gewesen.

Als Zentrum der neuen Pfarrei, die ein 400 Quadratkilometer großes Gebiet mit 35 kleinen Ortschaften umfasst, soll ein sogenanntes Priesterhaus entstehen. Der Rohbau ist fertig – dank viel Eigenleistung und Spenden der Bevölkerung vor Ort. Doch nun ist das Geld ausgegangen. Gerhard Meißner vom Zoe-Unterstützerkreis warb deshalb im Rahmen der Filmvorführung um Spenden der Besucher.

Georg Kapfer hätte den Tag vielleicht kurzerhand zum „Scheinwerfersonntag“ erklärt – ein Begriff, den er im Zusammenhang mit einer Spendensammlung für die Renovierung der Türkenfelder Kirche prägte. Und der bedeutete, dass man bitte nur Scheine spenden sollte statt kleiner Münzen.  os

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