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So viele Zuschauer wie noch nie sahen beim Fischerstechen zu. Hier traten die Veteranen (in Blau) gegen den Musikverein an.

So viele Besucher wie nie

Gaudi am Dorfweiher: So war das Fischerstechen in Türkenfeld

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Wer früher fällt, ist länger nass – und er hat das Nachsehen beim Türkenfelder Fischerstechen. Die alle vier Jahre stattfindende Gaudi lockte am Sonntag so viele Besucher wie noch nie an den Dorfweiher. 

Türkenfeld – Die Zuschauer sahen sogar noch mehr Durchgänge des Boots-Duells als ursprünglich gedacht – denn weil alle Mannschaften sich gewaltig ins Zeug legten, gab es diverse Unentschieden, gefolgt von zweiten und sogar dritten Anläufen. Dass die von der Freiwilligen Feuerwehr organisierte Gaudi nur alle vier Jahre stattfindet, steigert ihren Reiz offensichtlich noch.

Diesmal waren die ersten Zuschauer bereits eine Stunde vor Beginn an Ort und Stelle, um sich die besten Plätze im Biergarten am Ufer zu sichern. Viele, die weiter hinten saßen, stiegen später bei jedem Durchgang auf die Bänke, um den sich ründlich wiederholenden Spaß nicht zu verpassen: Zwei Boote, die von gegenüberliegenden Ufern in flottem Tempo aufeinander zu fuhren, damit die mit langen Holzlanzen bewaffneten Stecher sich gegenseitig vom Podest am Bootsheck stoßen konnten. Öfter mal blieben beide stehen, noch öfter landeten beide im Wasser – dann hatte derjenige verloren, der zuerst im Weiher gelandet war.

Fischerstechen in Türkenfeld: Die 16 Mannschaften schenkten sich nichts

Die 16 Mannschaften aus je vier Ruderern, einem Steuermann und dem besagten Stecher schenkten sich nichts. Mehr als einmal musste per Videobeweis und Zeitlupe ermittelt werden, welcher der Kontrahenten einen Sekundenbruchteil früher die Wasseroberfläche berührt hatte.

Diese Gondoliere machten Eindruck: Die Stammtischfreunde waren kreativ bei der Wahl der Kleidung.

Zum ersten Mal in der 38-jährigen Geschichte des Fischerstechens gab es die Situation, dass auch die Zeitlupe nichts anderes ergab, als was man mit bloßen Auge hatte sehen können: Beide Stecher waren absolut gleichzeitig ins Wasser gestürzt – der Durchgang musste wiederholt werden. Die Mannschaften betrachteten das ganze aber nicht nur als sportlichen Wettstreit.

Lesen Sie auch: Das waren die Vorbereitungen für das Fischerstechen in Türkenfeld. 

TSV Moorenweis ist zum ersten Mal beim Fischerstechen in Türkenfeld dabei

Emanuel Staffler, der gemeinsam mit Co-Kommentator Helmut Thalmayr die Veranstaltung moderierte, staunte über die fantasievolle Optik der Teams. „Es ist beeindruckend, dass sich immer mehr Mannschaften Kostüme überlegt haben.“ So ging eine Gruppe Stammtischfreunde als „Africa-Disco“ in Gondoliere-Gewändern an den Start. Der Heimat- und Trachtenverein Geltendorf hatte sich in flotte Baströckchen geworfen, die Vertreter des TSV Moorenweis trugen Shirts und Shorts voller Flamingos. Für sie war es das erste Mal, dass sie beim Fischerstechen mitmachen. „Wir standen acht Jahre auf der Warteliste“, so Ruderer Hansi Dietrich.

Feuerte an: Clown Uli Herb von den Schützen.

Um ein Haar wäre die Teilnahme an diesem Nachmittag für seine Mannschaft ein kurzes Vergnügen gewesen. Doch nach der Niederlage in der Vorrunde setzten sich die TSV-ler in der sogenannten Verlierer-Runde gegen die Kontrahenten vom TSV Türkenfeld durch und sicherten sich die Chance auf die Finalteilnahme.

Am Ende gab es eine ziemliche gute Nachricht für die Gastgeber

Eine Premiere war das diesjährige Fischerstechen auch für die Freiwillige Feuerwehr aus dem österreichischen Oberdrauburg. Erst am Vortag war die Mannschaft aus Türkenfelds Partnergemeinde in Begleitung ihres Bürgermeisters Stefan Brandstätter eingetroffen. „Die Türkenfelder Kollegen haben uns eine erfolgreiche Taktik beigebracht“, scherzte Ruderer Hermann Schnedl, nachdem seine Mannschaft die Vorrunde siegreich überstanden hatte. „Oben bleiben.“ Und wie schafft man das eigentlich? „Durch Stehenbleiben.“

Stehvermögen ist allles: Hier trat der Gartenbauverein (in Grün) gegen die Alten Herren des TSV an.

Das beste Stehvermögen bewiesen letztendlich die Alten Herren 2.0 des TSV Türkenfeld. Damit ging seit 1998 das erste Mal wieder ein Sieg in die gastgebende Ortschaft.

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