Verlegung nach Landsberg abgelehnt

Geltendorf und Türkenfeld könnten sich Standesamt teilen

Geltendorf – Mit nur einer Stimme Mehrheit hatte der Gemeinderat kürzlich beschlossen, das Geltendorfer Standesamt nach Landsberg abzugeben. Für die notwendige Vereinbarung mit der Stadt hätte es allerdings einer Zwei-Drittel-Mehrheit bedurft, und die kam in der jüngsten Gemeinderatssitzung nicht zustande.

 Nun bleibt den Geltendorfern ihr Standesamt doch erhalten. Dafür wird in der Verwaltung jetzt über eine Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Türkenfeld nachgedacht. 

Davon würden die Bürger im Prinzip nichts merken, betont Rathaus-Geschäftsleiter Florian Hänle auf Tagblatt-Nachfrage. Die Geltendorfer könnten all ihre Personenstandsangelegenheiten weiter in Geltendorf erledigen, die Türkenfelder in Türkenfeld. Die Standesamtsleitung könnte jedoch für beide Ortschaften von nur einer Person geleistet werden, und die Sachbearbeiter könnten sich im Urlaubs- oder Krankheitsfall gegenseitig vertreten. 

„Jeder würde sein Standesamt behalten, nur der Aufgabenvollzug wäre gemeinsam“, so Hänle. Möglich wäre dies aufgrund der geringen räumlichen Entfernung zwischen den beiden Ortschaften – maximal zehn Autominuten trennen die zwei Rathäuser. 

Keine Rolle spielt laut Hänle die Tatsache, dass die Gemeinden in zwei verschiedenen Landkreisen liegen. Für das Geltendorfer Standesamt bliebe die Rechtsaufsicht beim Landratsamt Landsberg, für Türkenfeld wäre weiter Bruck zuständig. 

In Türkenfeld war die Reaktion auf die Anfrage aus dem Nachbarort zunächst verhalten. „Ich werde mein Standesamt nicht abgeben, das steht fest“, stellt Bürgermeister Pius Keller (CSU) dem Tagblatt gegenüber klar. Hänle betont, dass es bei dem angedachten Modell nicht um eine Abgabe geht, sondern um eine gleichberechtigte Zusammenarbeit. Weitere Gespräche zwischen den beiden Gemeinden sollen in den nächsten Wochen stattfinden. 

Ausgangspunkt für die Überlegungen war die Tatsache, dass in Geltendorf die Standesbeamtin und in Türkenfeld die Leiterin des Standesamts gekündigt haben. Für beide Positionen gibt es auf dem Arbeitsmarkt offenbar kaum geeignete Bewerber.

von Ulrike Osman

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