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„Er war richtig nett und bodenständig.“Julia Herb über Philipp Lahm Julia Herb (4. von rechts vorne) und ein Bub überreichen Philipp Lahm die Teamfahne der Gruppe, auf der alle Kinder unterschrieben haben.  

Zwölfjährige aus Türkenfeld war dabei 

Das hat Julia im Sommercamp von Philipp Lahm erlebt

An diese Sommerferien wird Julia Herb noch lange zurückdenken. Die Zwölfjährige verbrachte eine Woche in einem Kinder-Sommercamp von Fußballstar Philipp Lahm. 

Türkenfeld – Dort hatte sie nicht nur jede Menge Spaß, sondern lernte auch den ehemaligen Nationalspieler und Bayernkapitän als unkomplizierten Typen von nebenan kennen.

Ihrem Lieblingsfußballer einmal ganz nah sein – dass dieser Traum in Erfüllung gehen könnte, ahnte Julia nicht, als sie sich beim Radiosender Antenne Bayern für die Teilnahme an einem Sommercamp der Philipp-Lahm-Stiftung bewarb. Doch eines Morgens im Juli läutete bei der Siebtklässlerin daheim in Türkenfeld das Telefon.

Am anderen Ende die wohlbekannte Stimme des 34-Jährigen, die sagte: „Hallo Julia, hast du schon was vor in den Sommerferien? Ich würde dich gerne in mein Sommercamp einladen.“ Julia war baff, ihr kamen die Tränen. „Ich fand’s mega cool, was ich über das Sommercamp gelesen hatte und hab’ mich wahnsinnig gefreut.“

Ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Eine vollgepackte Woche voller Spaß und Abwechslung liegt hinter der Realschülerin. Am ersten Tag erschien Philipp Lahm persönlich, um die neun- bis zwölfjährigen Teilnehmer zu begrüßen. „Er war richtig nett und bodenständig“, erzählt Julia. „Wir haben alle ein Autogramm bekommen und durften ihm auch Fragen stellen.“ Was sie ihn gefragt hat, was er geantwortet hat – das ist inzwischen wie weggepustet aus ihrem Kopf.

Doch die vielen neuen Eindrücke der Woche in einem Landschulheim südöstlich von München sind sehr lebendig. Jeder Tag begann mit einer Videobotschaft des Ehrenspielführers der Nationalmannschaft. Anschließend warteten verschiedene Workshops auf die Kinder. „Wir haben getanzt, Yoga gemacht und selber Mittagessen gekocht“, berichtet Julia. Denn – so überraschend es sein mag – in den Philipp-Lahm-Sommercamps geht es um alles, nur nicht um Fußball. Ballspiele sind zwar Teil des Programms, aber kein Selbstzweck. Vielmehr soll die ganzheitliche Entwicklung der Kinder spielerisch und nachhaltig gefördert werden. Was passiert mit dem Körper später im Leben, wenn er nicht ausreichend Bewegung hat? Mit Gewichtswesten und Gelenkpolstern konnte das jeder am eigenen Leib nachempfinden – um anschließend in Sport- und Bewegungsspielen seine eigene Fitness auszutesten.

Julia hat zum Beispiel festgestellt, „dass ich viel Ausdauer habe und richtig schnell sprinten kann“. Dafür hapert es ein bisschen bei der Koordination. Viel gelernt hat die Schülerin, die nach den Ferien in die achte Klasse der Liebfrauenschule in Dießen (Landkreis Landsberg) kommt, über gesunde Ernährung. „Das Kochen hat mir am meisten Spaß gemacht“, berichtet sie. „Wir haben zum Beispiel Käsespätzle, Eis und Marmelade selber gemacht.“ Bei Geländespielen wurde außerdem die soziale Kompetenz der Teilnehmer geschult.

„Es war toll zu sehen, was es so alles gibt, und viele neue Leute kennenzulernen“, sagt die Zwölfjährige rückblickend. Ihr Leben daheim als große Schwester von zwei Jungs ist nicht immer ganz einfach. „Deshalb war es auch gut, dass ich mal eine Woche von meinen Brüdern weg war.“ Ulrike Osman

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