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Eine Honigbiene im Anflug auf eine Blüte.

Verbandstag

Imkerei im Aufwind – Türkenfelder Honig wird ausgezeichnet

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Die Imkerei ist im Aufwind. Beim Verbandstag der Bayerischen Bienenzüchter in Türkenfeld konnte Vorsitzender Franz Vollmaier von einem erfreulichen Mitgliederzuwachs berichten. 

Türkenfeld - 470 Neuzugänge habe der Verband allein im vergangenen Jahr begrüßen können. Insgesamt gehören ihm nun über 5000 Imker an. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es 3200.

„Es findet ein Umdenken statt“, sagte Vollmaier am Rande der ganztägigen Veranstaltung im Gasthaus Hartl. Und das offenbar nicht erst seit dem Volksbegehren zum Artenschutz, auch wenn dieses das Thema noch mehr in die öffentliche Wahrnehmung gerückt hat.

Effekt des Bienen-Volksbegehrens

Vollmaier sieht den positiven Effekt des Volksbegehrens vor allem darin, dass Verbraucher zunehmend für regionale Produkte sensibilisiert werden. „Die Nachfrage nach heimischem Honig wird größer.“ In den Supermärkten kämen allerdings noch immer 80 Prozent des Honigs aus dem Ausland.

Die heimische Ware punktet mit hoher Qualität. 24 Honige von Mitgliedern – davon sechs aus dem Landkreis – wurden im Rahmen des Verbandstags mit Medaillen der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau prämiert. Unter den Empfängern der höchsten Auszeichnung – der Gold 1a-Medaille – war auch der Türkenfelder Imker Walter Dürl, Vorsitzender des Kreisverbands. Er überzeugte die Prüfer mit seinem Waldhonig mit Tannenhonig.

Bienen müssen betreut werden

Rund 31 000 Völker besitzen die Mitglieder des Verbands Bayerischer Bienenzüchter, einer von landesweit drei Imker-Dachorganisationen. Wer neu anfängt, tut dies meist klein, mit zwei oder drei Völkern. „Das ist auch sinnvoll“, betonte Vollmaier. Denn die Betreuung der fleißigen Insekten macht heutzutage mehr Arbeit als früher. Die Bienen einfach in den Garten zu stellen und davon auszugehen, dass sie sich selbst versorgen – das funktioniere inzwischen nicht mehr.

Bienen froh über alles was blüht

Von privaten Gartenbesitzern wünschen sich die Imker mehr Ecken mit Wildwuchs und den Verzicht auf Spritzmittel, Mähroboter und Steingärten. Wer den Insekten darüber hinaus etwas Gutes tun will, lässt im Garten und auf dem Balkon bienenfreundliche Pflanzen sprießen – besonders im Spätsommer und Frühherbst sind Imker froh um alles, was blüht.

Von der Landwirtschaft wünschen sich die Bienenzüchter „Gehölze an jedem Feldweg und dauerhafte Blühstreifen“, sagte Jens Radtke. Der Leiter der Aus- und Weiterbildung am Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf (Brandenburg) war eigens nach Türkenfeld gekommen, um vor den rund 160 Teilnehmern des Verbandstages einen Fachvortrag zu halten. Er machte unter anderem deutlich, dass der ökologische Nutzen wechselnder Blühstreifen an Feldern gering ist. Denn viele Wildbienen und Hummeln haben nur einen Flugradius von wenigen hundert Metern und sind aufgeschmissen, wenn Blühstreifen jedes Jahr an anderen Stellen auftauchen. 

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